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Eislöwen erzwingen Entscheidungsspiel

Der Zweitligist besiegt Heilbronn mit 4:3 in der Verlängerung - und das trotz bekannter Schwächen. 

Eine Mannschaft im Glück: Nach dem 4:3 durch Timo Walther lebt bei den Eislöwen die Hoffnung weiter, eine verkorkste Saison doch noch zu einem guten Ende zu bringen. © Jürgen Lösel

Dresden. Die beste Zeit des Jahres geht für die Eishockey-Profis der Eislöwen weiter – zumindest bis Dienstag. Denn nach einem schwer erkämpften, aber hochverdienten 4:3 nach Verlängerung (1:1, 2:1, 0:1, 1:0) gegen Heilbronn gibt es dann bei den Falken das entscheidende Spiel um den Einzug ins Viertelfinale der DEL 2.

Beim Angstgegner hatten die Dresdner am Freitag mit 5:8 verloren und standen darum am Sonntag im Heimspiel unter Zugzwang. Doch ein erneutes Aus gegen die Ostfranken, die schon im Vorjahr in gleicher Runde Endstation waren, sollte mit allen Mitteln verhindert werden. Und das war dem Team von Trainer Bradley Gratton mit Anpfiff anzumerken. Direkt nach dem ersten Bullygewinn flog der Puck in Richtung Gästetor. Und hinter diesem folgte gleich der erste Tumult.

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In dessen Folge musste Thomas Pielmeier auf die Strafbank – gespielt waren gerade einmal acht Sekunden. Dabei hatte der Kapitän noch im Vorfeld von seinen Mitspielern gefordert, diszipliniert zu bleiben „und sich Revanchefouls auch mal für die nächste Saison aufzuheben“. Daran hielt sich der 31-Jährige diesmal nicht.

Mit seiner Aktion wollte er ein Zeichen setzen. Allerdings nicht unbedingt an seine Kollegen, sondern an den Gegner. „Wir sind ihnen körperlich überlegen“, erklärte Pielmeier, „deswegen müssen wir hart gegen sie spielen, um ihnen gleich den Schneid abzukaufen.“ Die erste Unterzahl sollte das noch untermauern.

Nach einem abgefangenen Angriff der Falken startete Nick Huard zu einem Sololauf, verzögerte geschickt und brachte die Eislöwen vor 2 828 Zuschauern noch in der ersten Minute in Führung. Doch weil der Torschütze wenig später zu Pielmeier auf die Strafbank musste, war der Vorteil schnell wieder aus der Hand gegeben. In der dritten Minute glich Samuel Soramies im zweiten Heilbronner Überzahlspiel aus.

Dagegen taten sich die Gastgeber selbst mit einem Mann mehr deutlich schwerer, ins Powerplay zu kommen. Stattdessen gestatteten sie den Falken, gefährliche Konter zu setzen, die Eislöwen-Schlussmann Marco Eisenhut aber noch zu entschärfen wusste. Als zum Ende des ersten Drittels erst Tomas Schmidt und dann noch der wiedergenesene René Kramer auf die Strafbank mussten, war klar, dass der Beginn des Mitteldrittels schwierig werden würde.

Das Handicap einer doppelten Unterzahl überstanden die Dresdner zwar, doch auch gegen vier Mann fanden die Falken eine Lücke. Der frühere Weißwasseraner Stürmer Roope Ranta nutzte diese und brachte die Gäste in Führung (22.). Den Willen der Eislöwen konnte das nicht brechen. Im Gegenteil, der Treffer stachelte sie erst richtig an. Schon im Gegenzug setzte sich Jordan Knackstedt auf der linken Seite durch, passte auf Huard, und dessen Abpraller verwertete Stefan Della Rovere zum Ausgleich. Danach übernahmen die Blau-Weißen endgültig die Spielkontrolle, behielten aber ein Manko der Saison bei: die Chancenverwertung. Denn trotz bester Gelegenheiten wollte zunächst kein weiterer Treffer fallen. Und so war die erneute Eislöwen-Führung folgerichtig ein Treffer aus der Kategorie „dreckiges Tor“. Nach mehreren Stocherversuchen bugsierte Aleksejs Sirokovs den Puck über die Linie. Doch weil auch das den Bann nicht brechen konnte, blieb es eng.

Im Schlussabschnitt wollten die Dresdner die Entscheidung erzwingen, doch die gelang nicht. Stattdessen musste Steve Hanusch noch einmal für zwei Minuten hinter das Plexiglas – und so fiel auch der dritte Falkentreffer durch Kyle Helms im Powerplay (54.).

In der fälligen Verlängerung sollte dann endlich auch das Puckglück auf die Seite der Dresdner fallen. Aus dem Gewühl entschied Timo Walther das Spiel (63.) und bescherte beiden Teams ein Wiedersehen am Dienstag Punkt 20 Uhr in Heilbronn. Und anders als noch am Freitag gab es diesmal Lob von Gratton: „So stelle ich mir Play-off-Eishockey vor“, sagte der Kanadier. Und Pielmeier gab gleich die Marschrichtung vor: „Dann müssen wir wieder so bissig sein wie heute.“