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Eislöwen gewinnen das Winter-Derby

Die Dresdner Eislöwen haben gegen die Lausitzer Füchse das erste Winter-Derby in der Geschichte der Deutschen Eishockey-Liga 2 gewonnen. Als Sieger konnten sich auch die 31 853 Zuschauer im Fußball-Stadion von Dynamo Dresden fühlen

© Robert Michael

Berthold Neumann

Dresden. Elbflorenz feierte am Sonnabend einen großen Festtag des Eishockeys. Mit den 31 853 Zuschauern schob sich das Winter-Derby in der Rangliste der am meisten besuchten Eishockey-Ligaspiele Europas auf den vierten Rang vor. In der Heimspielstätte des Drittliga-Spitzenreiters Dynamo Dresden hatte die österreichische Firma AST eine 30 Meter breite und 60 Meter lange Eisfläche errichtet .

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Dynamo will nicht brav sein
Dynamo will nicht brav sein

Obwohl es beim Termin fürs Mannschaftsfoto diesmal eher unspektakulär zuging, wollen die Schwarz-Gelben Liga 2 mit mutigem Spiel rocken.

Impressionen vom Alte-Herren-Spiel

Das Stadion am Nachmittag - noch dünn besetzt. Später sollte es bedeutend voller werden.
Das Stadion am Nachmittag - noch dünn besetzt. Später sollte es bedeutend voller werden.
Diese Maschine richtete das Eis vor Beginn des Spiels her.
Diese Maschine richtete das Eis vor Beginn des Spiels her.
Der ehemalige Trainer der Dresdner Eislöwen, Thomas Popiesch, im "Team Ost".
Der ehemalige Trainer der Dresdner Eislöwen, Thomas Popiesch, im "Team Ost".
Ex-Eishockey-Star Sven Felski fungierte als Schiedsrichter.
Ex-Eishockey-Star Sven Felski fungierte als Schiedsrichter.
Didi Hegen im Outfit des "Teams West".
Didi Hegen im Outfit des "Teams West".
"Team Ost"-Torhüter Sebastian Elwing ...
"Team Ost"-Torhüter Sebastian Elwing ...
... war zur Feier des Tages ...
... war zur Feier des Tages ...
... stilecht mit DDR-Trikot und Uralt-Ausrüstung aufs Eis gegangen.
... stilecht mit DDR-Trikot und Uralt-Ausrüstung aufs Eis gegangen.

Die Eislöwen besiegen die Füchse

Die Dresdner Eislöwen haben das erste "Winter Derby" in der Geschichte der 2. Bundesliga gegen die Lausitzer Füchse mit 4:3 nach Verlängerung gewonnen.
Die Dresdner Eislöwen haben das erste "Winter Derby" in der Geschichte der 2. Bundesliga gegen die Lausitzer Füchse mit 4:3 nach Verlängerung gewonnen.
Mirko Sacher (r.) jubelt nach seinem Treffer zum 4:3 Sieg mit Vladislav Filin (li.) und Arturs Kruminisch.
Mirko Sacher (r.) jubelt nach seinem Treffer zum 4:3 Sieg mit Vladislav Filin (li.) und Arturs Kruminisch.
Der Siegtreffer gelang erst kurz vor Schluss.
Der Siegtreffer gelang erst kurz vor Schluss.
Zuvor schenkten sich die Teams vor großartiker Kulisse nichts. Das Foto zeigt Max Campbell (li.) und Weißwassers  Elia Ostwald.
Zuvor schenkten sich die Teams vor großartiker Kulisse nichts. Das Foto zeigt Max Campbell (li.) und Weißwassers Elia Ostwald.
In einer ausgeglichenen Partie, in der die Dresdner etwas mehr vom Spiel hatten, egalisierten die Gäste aus Weißwasser insgesamt dreimal eine Führung der Eislöwen.
In einer ausgeglichenen Partie, in der die Dresdner etwas mehr vom Spiel hatten, egalisierten die Gäste aus Weißwasser insgesamt dreimal eine Führung der Eislöwen.
Weißwassers Greg Classen (M.) erzielt gegen Dresdens Petr Macholda (li.) und Torwart Brett Jaeger das Tor zum 1:1.
Weißwassers Greg Classen (M.) erzielt gegen Dresdens Petr Macholda (li.) und Torwart Brett Jaeger das Tor zum 1:1.
Doch die Dresdner gingen immer wieder in Führung - wie hier beim 2:1.
Doch die Dresdner gingen immer wieder in Führung - wie hier beim 2:1.
Steven Rupprich jubelt nach seinem Tor zum 3:2.
Steven Rupprich jubelt nach seinem Tor zum 3:2.
Am Ende konnten die Gastgeber jubeln.
Am Ende konnten die Gastgeber jubeln.
31853 Zuschauer feierten ein Eishockey-Fest der besonderen Art und sorgten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im ausverkauften Dresdner Dynamo-Stadion für eine beeindruckende Atmosphäre.
31853 Zuschauer feierten ein Eishockey-Fest der besonderen Art und sorgten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im ausverkauften Dresdner Dynamo-Stadion für eine beeindruckende Atmosphäre.

Der 4:3-Sieg nach Verlängerung der Gastgeber fiel zwar knapp, aber doch verdient aus. „Weil wir die hervorragende Mentalität hatten, auf den jeweiligen Ausgleich wieder mit einem Treffer zu reagieren“, erklärte Eislöwen-Trainer Bill Stewart. „Schade, dass es nicht ganz gereicht hat. Wir hatten am Anfang etwas zu wenig Speed im Spiel“, sagte der neue Füchse-Trainer Paul Gardner. Den Siegtreffer hatte Mirko Sacher besorgt, die anderen Treffer für die Eislöwen erzielten Marc Cullen, Vladislav Filin und Kapitän Steven Rupprich. Für die Lausitzer Füchse trafen Kapitän Greg Classen, Florian Lüsch und Darren Haydar.

Viel Beifall für die alten Herren

Vor dem Derby zwischen beiden Mannschaften gab es beim Spiel der Puck-Legenden viel Beifall für frühere Alt-Internationale aus Ost und West. Dabei gewannen die früheren Nationalspieler der BRD mit 6:2 gegen eine Auswahl ehemaliger DDR-Spieler. Der aus Weißwasser stammende Torhüter Sebastian Elwing trug dabei eine original Torhüter-Maske von Ende der 60er Jahre.

An der Bande hatte der aus Dresden stammende Ex-DDR-Trainer Joachim Ziesche prominente Unterstützung gefunden. Mit ihm betreute der Dresdner Eduard Geyer, früherer Fußball-Trainer von Dynamo Dresden und Energie Cottbus, die Ost-Prominenten. „Ich war schon immer ein großer Eishockey-Fan“, bekannte Geyer.

„Das Ergebnis war absolut zweitrangig, wir freuten uns über das Wiedersehen“, sagte der frühere BRD-Star Dieter Hegen. Für Franz Reindl, den Olympia-Dritten von 1976, war es nicht nur ein Festtag für Dresden. „Das war eine tolle Veranstaltung, die den Zuschauern viel Unterhaltung bot“, erklärte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). „Die Entscheidung, das Winter-Derby nach Sachsen zu vergeben, erwies sich als Volltreffer“, fügte Reindl hinzu. Das Derby hatten Bernd Römer von der Band Karat eingeleitet, der auf seiner Gitarre die Nationalhymne intonierte.