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Großenhain

Eistruhen, Ladenschilder und andere Probleme

Alexander Ehrke versteckt sich nicht hinter Papierbergen, er packt auch mit an.

Alexander Ehrke ist seit 1. Juni als Citymanager bei der Fördergemeinschaft „Großenhain aktiv“ angestellt.
Alexander Ehrke ist seit 1. Juni als Citymanager bei der Fördergemeinschaft „Großenhain aktiv“ angestellt. © Anne Hübschmann

Großenhain. Dieser junge Mann strahlt nicht nur, er kann auch anpacken. Als die schwere Kühltruhe am Hauptmarkt 3 geliefert wurde, krempelte der Citymanager kurzerhand die Ärmel hoch und packte mit an. 

Sinn fürs Praktische bewies er auch und nahm schnell noch Maß mit dem Zollstock. Die 92 Zentimeter breite Eistruhe passte haargenau durch die 94er Tür. Er habe letzte Woche erst bei einem Umzug geholfen und sei noch fit, witzelte er. Am Ende waren dennoch alle heilfroh, als das Teil in den Laden bugsiert war. 

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Dort erwartete den jungen Großenhainer Citymanager gleich der nächste praktische Stolperstein: Das Denkmalamt des Kreises hat Bernd Freudenberg noch keine Genehmigung erteilt, über der Kugelpassage am Hauptmarkt 3 ein Geschäftsschild anbringen zu dürfen „Freudenbergs Köstlichkeiten“ soll dort stehen, vielleicht in mattem Weinrot, auf keinen Fall in einer schrillen Farbe. Doch jedes Schild an einem denkmalgeschützten Haus unterliegt der Einzelprüfung. 

Nächstes Thema, das sogar den Citymanager staunen lässt: Freudenberg hat noch keine Kasse. Kann er auch nicht, denn die neuen Registrierkassen, die das Finanzamt ab Januar 2020 fordert, sind noch gar nicht auf dem Markt. Alle jetzigen Ladenkassen müssen nachgerüstet werden. Doch wo bekommt Bernd Freudenberg günstig eine solche Kasse, natürlich aus dem Bereich Lebensmittel mit Waage? Da kommt auch ein junger Citymanager ins Grübeln. Er will sich umhören. Von solcherlei Kleinigkeiten hängt es ab, ob der neue Laden wie geplant zum Bauernmarkt öffnet. 

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Seit 1. Juni ist Alexander Ehrke als Citymanager bei der Fördergemeinschaft „Großenhain aktiv“ e. V. angestellt. Er hat inzwischen viele persönliche Gespräche geführt, eine Eistruhe geschleppt wie am Montagvormittag und er wird am Dienstabend beim 3. Unternehmerstammtisch vorstellig. Mit dabei hat er die ersten Fakten zum Gewerberaum-Leerstand in der Innenstadt. Der beträgt 21 Prozent. Dabei sind Büros und Geschäfte ungleich verteilt. Während an Frauenmarkt und Hauptmarkt die Geschäfte recht gut laufen, sind die Meißner Straße und die Naundorfer Straße weiter die Sorgenkinder. In nächster Zeit wird die Stadt alle Hauseigentümer der leeren Läden anschreiben, um mit ihnen genau darüber ins Gespräch zu kommen.