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EKZ schließt doch nicht im Sommer

Die Umbauarbeiten in Radeberg müssen wegen Genehmigungsfehlern verschoben werden. Die Läden öffnen vorerst weiter.

Das Einkaufszentrum EKZ in Radeberg ist bei den Kunden beliebt. Hier gibt es große Einkaufsmärkte wie Konsum und Aldi, aber auch viele kleine Geschäfte. Jetzt ist klar, der Umbau wird verschoben. © Thorsten Eckert

Radeberg. Es hatte sich bereits abgezeichnet. Jetzt steht fest, der Umbau des Einkaufszentrums EKZ in Radeberg wird verschoben. „Wir werden mit den Arbeiten erst am Anfang des nächsten Jahres beginnen. Auf den Tag genau steht das noch nicht fest, es wird aber Ende Januar, Anfang Februar sein“, sagt Matthias Schrade, Geschäftsführer der Deutsche Fachmarkt AG (Defama). Die Firma ist Eigentümer des EKZ.

Die Händler können so das Weihnachtsgeschäft noch im Einkaufszentrum mitnehmen und dann Anfang Januar die Läden ausräumen, so der Geschäftsführer. Nach seinen Angaben bleiben die großen Anbieter wie Aldi und Konsum bis zu diesem Zeitpunkt geöffnet. Auch der Großteil der anderen Geschäfte wird bis dahin ihre Waren anbieten. „Kunden haben also die Möglichkeit, bis zu diesem neuen Termin wie gewohnt im EKZ einzukaufen“, sagt Matthias Schrade. Ursprünglich war vorgesehen, das Einkaufszentrum am 30. Juni dieses Jahres zu schließen und danach komplett umzugestalten und zu modernisieren. Allen Geschäften war bereits zu diesem Datum gekündigt worden.

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Zu Beginn dieses Jahres wies das Landratsamt jedoch auf Regelungen im Bebauungsplan hin. In dem Papier hatte die Stadt Radeberg 1991 festgelegt, dass auf dem Gelände nur großflächiger Einzelhandel angesiedelt werden darf, kein Einkaufszentrum. Es hätten dort beispielsweise nur ein separater Baumarkt, ein separater Elektronikanbieter und ein separater Supermarkt öffnen dürfen. 1994 stellte die Firma MTF Gewerbebau aber einen Antrag auf Befreiung von Vorgaben des Bebauungsplanes. Die Stadt Radeberg und auch das damalige Landratsamt Dresden Land genehmigten den Antrag. Das sei rechtswidrig erfolgt, schätzte jetzt das Landratsamt in Bautzen ein. Aufgefallen ist der Widerspruch durch den Antrag der Defama auf den Umbau des EKZ. Eine Änderung des Bebauungsplanes ist notwendig, so das Landratsamt. 

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Verhandlungen laufen

Radebergs OB Gerhard Lemm (SPD) sprach hingegen von einem Stück aus dem Tollhaus. „Das EKZ war fraglos genehmigt und nie ein Schwarzbau“, sagte er. Inzwischen hat der Stadtrat der Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt. Sie muss jetzt Nachbargemeinden ebenfalls zur Abstimmung vorgelegt werden. Auch Ämter und Behörden müssen ihre Stellungnahme abgeben. „Bis ein Bebauungsplan gültig ist, dauert es wohl mindestens sechs Monate. Deshalb haben wir uns entschlossen, den Baubeginn bis Anfang nächsten Jahres zu verschieben“, sagt der Defama-Chef. Damit gebe es auch einen Puffer, um eventuelle auftretende Probleme bei der Genehmigung auszuräumen. Nach seinen Worten können auch die Gespräche mit Konsum über einen Verbleib im EKZ in aller Ruhe geführt werden. Die Konsum-Leitung hatte sich im Januar beklagt, dass die Defama eine endgültige Kündigung ausgesprochen hat. Die Defama dementierte das. Derzeit laufen die Verhandlungen. „Die Chancen sind durch die Verschiebung gestiegen. Entschieden ist allerdings noch nichts“, sagte Matthias Schrade.

Die Defama will rund 8,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Einkaufszentrums stecken. Es wird komplett verändert. Die Mall, also der Fußgängerbereich, im Innern wird verkürzt. Die Einkaufsfläche wird dagegen vergrößert. Davon sollen vor allem Filialisten wie der Discounter Aldi profitieren. Das Gebäude werde entkernt und sich in der Außenhülle ebenfalls völlig verändern: „Es wird keine Ähnlichkeit mehr mit der heutigen Optik haben“, sagt Matthias Schrade. Der Toom-Baumarkt und Euronics XXL Frequenz sind von den Umbauarbeiten nicht betroffen. (mit SZ/bb)