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Elberadweg endet im Busch

© Norbert Millauer

Den Bauplanern bleibt kaum Platz zwischen Bahndamm und Ufer. Jetzt soll der historische Treidelpfad helfen.

Von Gunnar Klehm

Die Erfolgsmeldung vorweg. Die beiden Teile des ersten Bauabschnittes Elberadweges zwischen Königsstein und Bad Schandau sind jetzt fertiggestellt, teilt das zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit. Für die Radfahrer bringt das aber noch keinen Vorteil, denn der rund 2,4 Kilometer lange Abschnitt bleibt trotzdem bis auf Weiteres gesperrt. Die beiden asphaltierten Teilstücke vom Bahnhof Bad Schandau Richtung Königstein und vom dortigen Campingplatz Richtung Bad Schandau dienen lediglich der Erschließung der Baustelle des zweiten Abschnitts. „Deshalb wird der neu gebaute Abschnitt noch nicht dem Verkehr übergeben“, heißt es aus der Pressestelle des Lasuv. Bei dem zweiten Bauabschnitt handelt es sich um eine etwa 800 Meter lange Strecke, die sehr beengt zwischen dem Bahndamm und dem Elbufer verläuft. Dort ist so wenig Platz, dass der Radwegbau nicht konventionell bewerkstelligt werden kann. Beim Wegebau darf weder in den Bahndamm noch in die Uferbefestigung eingegriffen werden. Die Unversehrtheit von Bahndamm und Uferbefestigung ist eine Bedingung aus dem Baurechtsbeschluss. Das bereitet den Bauplanern offensichtlich mehr Probleme, als gedacht. Von der Hoffnung, dass noch 2015 der Lückenschluss auf dem beliebtesten Fernradweg Deutschlands erfolgen kann, sind die Verantwortlichen längst abgerückt.

Neben den Vorgaben von Bahn und Naturschutz gibt es noch weitere Hürden vor dem Baustart zu meistern. So muss der Radweg auch Ansprüchen des Hochwasserschutzes gerecht werden und die Vertreter des Denkmalschutzes sprechen auch noch ein Wörtchen mit. Denn im Uferbereich befindet sich ein alter Treidelweg. Der wurde angelegt, als Schiffe noch mit Seil von Treidlern die Elbe hinaufgezogen wurden.

Um unter diesen schwierigen Bedingungen endlich klären zu können, welche Bautechnologie für den Radweg an dieser Stelle angewendet wird, soll im Herbst dieses Jahres nun erst mal der Weg freigelegt werden. Das denkmalgeschützte Sandsteindeckwerk ist inzwischen mit Erdreich bedeckt und von Sträuchern überwuchert. „In Abhängigkeit vom dann sichtbaren Zustand werden alle weiteren Entscheidungen zur anzuwendenden Bautechnologie getroffen“, heißt es aus dem Lasuv. Bisher war vorgesehen, in dem schmalen Abschnitt einen Steg zu bauen. Ob dabei der historische Treidelweg helfen kann, bleibt also abzuwarten.

Auch die Kosten sind gegenwärtig noch nicht genau kalkulierbar. Der nun fertiggestellte erste Bauabschnitt blieb mit rund 850 000 Euro im Rahmen. Die Höhe der Gesamtkosten lässt sich aktuell aber nicht seriös benennen, heißt es im Landesamt. Die Kosten werden vom Bund getragen, da es sich um einen die Bundesstraße begleitenden Radweg handelt. Von der offiziellen Sperrung lassen sich gegenwärtig aber nur wenige Radfahrer abhalten. Es steht zwar ein großes Baustellenschild an beiden Einfahrten zur Engstelle. Die Asphaltpiste an sich ist aber nicht versperrt. Auch Anne Virosa und Bernd Kleine hatten das nicht zu übersehende Schild ignoriert. Sie hatten in Königstein entgegenkommende Radler gefragt, ob man bis Bad Schandau durchkommt. „Das ist zwar beschwerlich, aber es geht schon irgendwie“, sagen die beiden Urlauber aus Brandenburg, die in Wittenberge losgefahren sind. Wenn im Herbst der alte Sandsteinweg freigelegt wird, müssen Radfahrer wie sie wohl umdrehen, auf die andere Elbseite übersetzen und den Weg über Prossen nehmen.