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Elberadweg-Umleitung bleibt bestehen

Seit Jahren klafft bei Bobersen eine Lücke in Deutschlands beliebtestem Radfernweg. Vor 2020 wird die nicht geschlossen.

© Lutz Weidler

Von Antje Steglich

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Bobersen. „Früher ging es hier lang“, sagt eine Radfahrerin am Montagnachmittag und zeigt auf den Deich am Ende der Elbwiesenstraße in Bobersen. „Jetzt müssen Sie aber quer durchs Dorf.“ Einige hundert Meter mehr bedeutet das für die Radfahrer – und viel Verärgerung. Denn die Umleitung ist zwar gut ausgeschildert, aber eben doch unangenehm: weil sie fernab der schönen Elbe über die enge Dorfstraße und eine unübersichtliche Kurve führt. Und weil sie zum Dauerzustand geworden ist.

Seit 2015 schon endet der Elberadweg, der seit Jahren immer wieder zum beliebtesten Radfernweg Deutschlands gewählt wird, unvermittelt auf der Wiese am Deich von Bobersen. Damals hatte die Landestalsperrenverwaltung ein etwa 120 Meter langes Teilstück der Piste wegbaggern lassen, um die Stabilität des Bauwerks zu schützen. Zwar war schon damals längst klar, dass der Radweg an dieser Stelle neu gebaut werden muss und hatte die Gemeinde Zeithain dafür auch schon mehr als eine halbe Million Euro aus dem Fluthilfefonds beantragt – doch die Landestalsperrenverwaltung hatte damals andere Prioritäten und kein Geld für die Sanierung des Deiches übrig. Der Wiederaufbau des Radweges auf dem sogenannten Deichverteidigungsweg verschob sich deshalb auf unbestimmte Zeit. Und definitiv müssen die Radfahrer auch in diesem Sommer mit dem Zustand leben.

Bau kostet Millionen

„Die Deichinstandsetzung stromabwärts der Elbbrücken Riesa bis Bobersen ist für 2019/2020 geplant“, erklärte der Sprecher der Landestalsperrenverwaltung, Ronny Wecke auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung. Etwa 2,2 Millionen Euro will die Behörde dann in den Bau investieren, um vor allem die Standsicherheit des Abschnittes zu verbessern. Das derzeit vorhandene Schutzniveau vor einem Hochwasser bleibe zwar erhalten, die Deichkrone werde aber laut Ronny Wecke verbreitert und ein landseitiger Auflastfilter zur Stabilisierung und Entwässerung der Deichkrone verbaut.

Dabei entstehe eine sogenannte Berme, auf der ein Deichverteidigungsweg errichtet werde, der gleichzeitig als Radweg genutzt werden kann. Für die Anbindung an den vorhandenen Elbradweg im Deichvorland ist stromabwärts der Oberen Elbhäuser eine Deichüberfahrt vorgesehen, so der Pressesprecher. Radfahrer könnten dann also wieder die Fahrt an der Elbe ohne Umleitung über Lessaer Straße, Lindenallee und Wasserweg genießen. Allerdings frühestens 2020. Und das dürfte vielen Anwohnern und Radtouristen gar nicht schmecken.

„Das sieht doch keiner ein, warum das so lange dauert“, sagt beispielsweise ein SZ-Leser aus dem Nachbarort Gohlis. „Ich kann gar nicht glauben, warum das bei all den Umleitungen noch immer Deutschlands beliebtester Radweg ist.“ Er fordert die zuständigen Ämter und Behörden auf, mehr Druck bei dem Thema zu machen und dafür zu sorgen, dass wenigstens der jetzige Zeitplan eingehalten wird.