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Elbewasser wird besser

Die Elbe fließt wieder durch Sachsen, als sei nichts gewesen. Das Hochwasser hat die Wasserqualität vorübergehend getrübt. Doch in den zurückliegenden Jahren hat sich allerhand getan.

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© dpa

Dresden. Die Wasserqualität der Elbe hat sich seit der Wende erheblich verbessert. Dennoch sieht Sachsens Umweltministerium noch Spielraum. „Zwar bleibt noch viel zu tun, bis der von der EU geforderte gute Zustand für die Elbe erreicht ist“, sagte Ministeriumssprecher Frank Meyer der Nachrichtenagentur dpa. Dennoch sei die Verbesserung nicht zu übersehen. „Ein gestiegener Sauerstoffgehalt hat dazu geführt, dass die 1990 faktisch tote Elbe heute wieder Lebensraum für zahlreiche Fische bietet. Das beste Beispiel ist der zurückgekehrte Lachs.“

Nach Angaben Meyers sind die Belastungen der Elbe deutlich gesunken - etwa durch Phosphor- oder Chlorverbindungen. Der Grund hängt vor allem mit dem industriellen Wandel im Elbtal zusammen. Zahlreiche Betriebe, die vormals das Wasser verschmutzten, sind verschwunden oder haben moderne Kläranlagen und Filtersysteme installiert.

Keine auffälligen Verunreinigungen

Die „Bild-Zeitung“ hatte am vergangenen Mittwoch eine „Gift-Liste“ veröffentlicht und dafür Verursacher in Tschechien verantwortlich gemacht. Hintergrund ist eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Eva Jähnigen (Grüne) zu Verunreinigungen in der Elbe. In der Antwort hatte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) detailliert alle Vorfälle seit 2010 aufgelistet. Sie waren allesamt von tschechischen Behörden gemeldet worden. „Keiner der Vorfälle hat zu auffälligen Befunden an der Messstelle in Schmilka geführt“, stellte Meyer klar. Es habe auch keine weiteren Fälle gegeben, bei denen Tschechien den Behörden in Sachsen etwas verschwiegen hätten oder die Kooperation verweigerten.

Jähnigen hatte sich unter anderem auf Medienberichte über einen Fall vom 2. April dieses Jahres bezogen. Damals war in Schmilka an der tschechisch-deutschen Grenze Schaum aufgetaucht. Eine Meldung tschechischer Behörden gab es nicht. Außer der Schaumbildung stellte man keine Auswirkungen auf Fauna und Flora fest. Die von der Wasserschutzpolizei entnommenen Proben wurden im Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamtes untersucht. Ein Ergebnis ist noch nicht bekannt. Das Umweltministerium macht geltend, dass es auch natürliche Ursachen für eine Schaumbildung geben könne.

Flut trübte Qualität des Wassers

Auf sächsischer Seite ist man mit der deutsch-tschechischen Kooperation bei Störfällen zufrieden. Die Behörden in Tschechien würden in der Regel auch Vorfälle melden, die schon auf tschechischer Seite folgenlos blieben oder rein lokaler Natur sind, sagte Meyer: „Das belegt, das man in Tschechien sehr transparent mit solchen Ereignissen umgeht und selbst die geringsten Verunreinigungen meldet.“ Sachsen und Tschechien sind auch Partner in der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe und in der deutsch-tschechischen Grenzgewässerkommission.

Nach Aussagen des Landesamtes für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft in Dresden hat das jüngste Hochwasser die Qualität des Wassers vorübergehend getrübt. Fachleute sprechen von einem normalen Vorgang. Da zahlreiche Flächen überflutet waren, gelangte zum Beispiel Erde ins Wasser. Außerdem hat die höhere Fließgeschwindigkeit Ablagerungen am Grund aufgewirbelt und Schadstoffe mobil gemacht. Das Landesamt nahm im Zeitraum vom 3. bis 17. Juni Wasserproben aus der Elbe und ihrem Einzugsgebiet, um sich einen Überblick zu verschaffen. Mit dem Abfließen des Hochwasser normalisiere sich die Wasserqualität Schritt für Schritt, hieß es. (dpa)