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Elblandkliniken im Plus

Das frühere Sorgenkind Riesa hat sich stabilisiert. Jetzt gibt es nur noch einen Verlustbringer.

© Claudia Hübschmann

Von Peter Anderson

Landkreis. Auf diese Reise nach Riesa dürften sich Elblandkliniken-Vorstand Frank Ohi und seine Mannschaft gern machen. Am Donnerstag nächster Woche sind die Führungskräfte der Krankenhäuser nach Riesa eingeladen, um die Kreisräte in der Sachsenarena über die Lage des kommunalen Gesundheitskonzerns zu informieren. Den Anlass dafür liefert der Jahresabschluss 2016, bei welchem unter dem Strich ein Überschuss von knapp 2,7 Millionen Euro steht. Das Plus fällt damit zwar deutlich kleiner aus als der Gewinn von 4,1 Millionen Euro im Jahr zuvor. Trotzdem sollten die Mitglieder des Kreistages zufrieden sein. Immerhin verzeichnete das Unternehmen vor gerade einmal vier Jahren einen Verlust von fünf Millionen Euro. Nach sich zuspitzenden Querelen in den Elblandkliniken und ihrem Umfeld mussten die Vorstände Markus Funk und Stefan Geiger im Frühjahr 2013 ihre Hüte nehmen. Funks ehrgeizige Pläne insbesondere für den Neubau des Hauses in Riesa hatten sich als unrealistisch und übertrieben erwiesen. Das Verhältnis zu vielen niedergelassenen Ärzten galt als gestört. Angestellte Ärzte verließen reihenweise das Haus. All dies gehört mittlerweile der Geschichte an. Die Elblandkliniken sind wieder auf Erfolgskurs, ohne die künftigen Herausforderungen schön zu reden.

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Wie sich der Kreistagsvorlage zum Jahresabschluss 2016 entnehmen lässt, ist der Erlös von 2,7 Millionen Euro verbunden mit einem von 177 Millionen Euro auf 188 Millionen Euro gesteigerten Umsatz. In erster Linie sei dies der guten Arbeit in den Häusern Radebeul und Riesa zu verdanken. Auch Meißen und die Reha-Klinik in Großenhain hätten das ihre beigetragen. Sämtliche Tochtergesellschaften – bis auf die Großenhainer Reha – erzielten positive Ergebnisse, heißt es weiter.

Unterdessen gibt es berechtigten Anlass zu hoffen, dass die Schwierigkeiten der Tochter in Großenhain bald der Vergangenheit angehören sollten. Trotz geografischer Nähe zu etablierten großen Kliniken wie Bavaria Kreischa oder Pulsnitz ist das Großenhainer Haus durchweg belegt und sehr gefragt. Statt wie anfangs auf orthopädische Patienten konzentriert sich die Reha jetzt schwerpunktmäßig auf neurologische Fälle. Dadurch ergeben sich Synergien zu den Krankenhäusern der Elblandkliniken. Gleichzeitig macht der aktuelle Lagebericht der kreiseigenen Gruppe klar, dass die nächsten Jahre nicht einfach werden. Eine der größten Unwägbarkeiten stellt die Bundestagswahl dar. In den sich anschließenden Koalitionsgesprächen könnte das Gesundheitssystem einen der Schwerpunkte darstellen. Durchaus möglich, dass die politischen Akteure den Rahmen ändern, in dem die Elblandkliniken bislang recht erfolgreich agieren. Fest steht bereits jetzt, dass der Kostendruck weiter zunimmt. So werden 2017 erstmals Krankenhäuser mit einem Abschlag bestraft, die mehr leisten, als ursprünglich vereinbart war. Prekär bleibt den Kliniken zufolge zudem die Personalsituation, vor allem in ländlichen Regionen. Das gelte sowohl für die Pflegekräfte als auch für die Ärzteschaft. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Landkreis Meißen stellen sich die Mitbewerber zudem gerade neu auf. Die Kliniken Dresden-Neustadt und Dresden-Friedrichstadt haben sich zu einem Städtischen Klinikum zusammengeschlossen. Die verstärkte Konkurrenz dürfte vor allem der Standort Radebeul zu spüren bekommen.

Um für die Zukunft gewappnet zu sein, setzen Vorstand Frank Ohi und die drei ärztlichen Direktoren Dr. Holger Sebastian, Dr. Philipp von Breitenbuch und PD Dr. Michael Dechant auf Investitionen. Moderne Häuser und moderne Technik sollen sowohl gutes Personal als auch möglichst zahlreich Patienten anziehen. Die Umbauarbeiten in Riesa und Radebeul liegen laut Jahresbericht im Zeitplan. Die Ausschreibungen in Riesa konnten auf dem Niveau der geplanten Kosten gehalten werden. In Radebeul soll das gleiche strikte Ausgaben-Management gelten und ähnlich positive Effekte erzielen.