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Elf Polizisten aus Sachsen im Auslandseinsatz

Von Afghanistan bis Sudan - sächsische Polizisten sind seit Jahren weltweit im Einsatz. Zumeist für UN oder EU sorgen sie fern der Heimat für Sicherheit oder helfen bei der Ausbildung von Kollegen.

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Dresden. Elf Polizisten aus Sachsen sind derzeit im Auslandseinsatz - die meisten von ihnen in Afghanistan, wie das Dresdner Innenministerium mitteilte. Sieben Beamte unterstützen dort das deutsche Polizeiprojektteam (GPPT), das nach dem Sturz des Taliban-Regimes seit 2002 beim Aufbau einer rechtsstaatlichen Prinzipien folgenden Polizei hilft. In gleicher Sache ist ein weiterer Polizist aus Sachsen im Rahmen der EU-Mission EUPOL in Afghanistan. Die Einsätze dauern in der Regel etwa zwölf Monate.

Zudem leisten sächsische Polizisten im Kosovo und in Georgien im Auftrag der EU Dienst. In der früheren serbischen Provinz sind zwei Beamte im Rahmen der EULEX-Mission für die Unterstützung der Behörden des noch jungen Staates mit zuständig. Ziel in Georgien (EUMM) ist die Normalisierung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nach dem Fünf-Tage-Krieg mit Russland 2008. Hier ist derzeit ein sächsischer Polizist im Einsatz.

Der Freistaat stellt seit 1994 Polizisten für deutsche Beteiligungen an internationalen Einsätzen ab. „Der Bedarf ist schwankend in Abhängigkeit davon, wo und in welchem Umfang sich die Bundesrepublik Deutschland in derartigen Missionen engagiert“, erklärte der Sprecher des sächsischen Innenministeriums, Martin Strunden.

Hinsichtlich der aktuell laufenden Diskussion um ein möglicherweise verstärktes deutsches Engagement an internationalen Einsätzen in Krisengebieten ist noch kein personeller Bedarf absehbar. Bundespräsident Joachim Gauck hatte unlängst ein Ende der Zurückhaltung in der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik gefordert. Ähnliche Äußerungen gab es zuvor bereits seitens der Bundesregierung.

Die Polizisten, die im Ausland eingesetzt werden wollen, müssen körperlich, psychisch und gesundheitlich fit sein und über gute Englischkenntnisse verfügen. Vor einer Entsendung wird dies in entsprechenden Tests geprüft. Neben den aktuellen Missionen waren sächsische Polizisten auch schon in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und dem Sudan im Einsatz. Zwischenfälle mit Verletzten oder gar Toten gab es den Angaben zufolge dabei bislang nicht. (dpa)