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Elfjähriger Junge bringt Bahn zum Entgleisen

Personen werden bei dem Unfall nicht verletzt. Der Sachschaden wird auf rund 40 000 Euro geschätzt. Vorerst wird in Königshufen eingleisig gefahren.

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Görlitz. Eine Straßenbahn der Linie 3 ist am Montag, gegen 13.45 Uhr, in Königshufen zwischen den Haltestellen Friedhof und A.-Bolze-Hof aus den Schienen gesprungen. Bei dem Unfall wurden zum Glück keine Personen verletzt, es entstand aber hoher Sachschaden an der Bahn und rund 40 Metern Gleisbett.

Die Ursache für die Entgleisung seien Schottersteine gewesen, welche von Kindern auf beide Gleise gelegt wurden, teilte ein Polizeisprecher gestern mit. Ein Elfjähriger hat offenbar mit zwei Freunden ausprobieren wollen, was passiert, wenn eine Straßenbahn über Steine fährt. Der Bahnfahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, fuhr über die Steine und die Bahn entgleiste.

Ein Junge stellt sich der Polizei

Der ElfJährige und ein weiterer Junge gingen stiften, ein dritter stellte sich als Zeuge reumütig der Polizei. Ihm tue das Geschehene sehr leid, hieß es. Die Bergung der Bahn habe sich schwierig gestaltet und bis etwa 20 Uhr gedauert, teilte ein Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Görlitz (VGG). Die Oberleitung sei mittels eines Drahtes ohne Strom gesetzt worden, dann die Bahn mittels einer Hydraulikpumpe angehoben worden. Bis zur Bergung der Bahn wurde Schienenersatzverkehr zwischen Demianiplatz und Marktkauf eingerichtet.

Der entstandene Schaden am Gleisbett und der Straßenbahn werde nach Aussage der Verkehrsbetriebe derzeit auf rund 40 000 Euro geschätzt, teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Ein Veolia-Sprecher wollte diese Schadenssumme nicht bestätigen. Unter Hinweis auf ein schwebendes Verfahren gab es auch keine Auskünfte zum Alter und Zustand der betroffenen Straßenbahn.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Auch zum genauen Unfallhergang wollte sich Thomas Kleinrensing, Vize-Pressesprecher von Veolia mit Sitz in Dresden, gestern nicht äußern. Polizei und Staatsanwaltschaft würden ermitteln, sagte Kleinrensing. Gegenwärtig seien Spezialisten des Unternehmens bei der Schadensaufnahme. Erst wenn diese abgeschlossen sei, könne die Straßenbahn freigegeben und repariert werden. Die VGG ist Teil der Veolia Verkehr GmbH.

Die Polizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Das beschädigte Gleisbett soll bis Freitag, spätestens aber bis Montag ausgebessert sein. Bis dahin werde eingleisig gefahren, sagte Kleinrensing. Einen derartigen Vorfall habe er in den zwei Jahren seiner Tätigkeit als Pressesprecher noch nicht erlebt. (SZ)