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Eltern enttäuscht über Anneli-Urteil

Nach dem Prozess im Fall Anneli überlegt die Staatsanwaltschaft noch, ob sie Revision einlegt. Die Familie akzeptiert das Urteil gegen einen der Täter nicht.

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© action press

Dresden/Klipphausen. Die Staatsanwaltschaft Dresden hat noch nicht darüber entschieden, ob gegen das Urteil im Anneli-Prozess Revision eingelegt wird. Das teilte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase am Donnerstag der SZ mit.

Strittig ist vor allem das Urteil gegen den zweiten Mittäter Norbert Klein. Er wurde wegen Mordes in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub mit Todesfolge zu acht Jahren und sechs Monate Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat aber 15 Jahre gefordert. Der erste Täter Markus Beisser erhielt lebenslang. Bei ihm wurde auch eine besondere Schwere der Schuld festgestellt.

In der Fernsehsendung Stern TV am Mittwochabend sagte Annelis Vater Uwe Riße, dass die Familie das Urteil gegen Norbert Klein nicht akzeptieren kann. Es sei wahrscheinlich, dass der Täter nach Verbüßung von drei Viertel seiner Strafe wieder aus der Haft entlassen werde. Das wäre nach fünf Jahren. Damit könne die Familie der vor einem Jahr entführten und getöteten 17-jährigen Anneli nicht leben.

Die Eltern und die beiden Geschwister leiden noch heute schwer unter den psychischen Folgen der Tat. (SZ/um)