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Eltern fordern Ausbau der Kreischaer Schule

Schülerzahlen steigen, Platz wird knapp. Nun gibt die Oberschule Kreischa der Grundschule ein Zimmer ab. Doch das reicht nicht.

© Andreas Weihs

Von Stephan Klingbeil

Kreischa. Der Frust sitzt tief. Der Platz in der Grund- und Oberschule von Kreischa wird immer knapper. Deswegen hat sich die Elterninitiative, die beide Einrichtungen vertritt, nun für eine Erweiterung starkgemacht. Ingo Lerche (FBK) hat dazu bei dem jüngsten Treffen des Gemeinderats einen Antrag eingebracht, den ihm zufolge auch seine Fraktion unterstütze, die in dem Gremium die Mehrheit stellt.

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„Wir fordern die Erweiterung der Kapazitäten schon seit ein paar Jahren und hoffen, dass jetzt endlich Bewegung in die Angelegenheit kommt“, sagt Enrico Jutzies von der Elterninitiative. Die Gemeinde als Schulträger habe inzwischen Planungssicherheit wegen der Änderungen des Schulgesetzes, wonach eine Einzügigkeit ausreiche, um den Schulstandort abzusichern. Zudem steigen die Schülerzahlen seit Jahren ohnehin – mit anhaltender Tendenz. Der einst gefährdete Oberschulstandort ist somit auf längere Zeit auch gut aufgestellt.

Daher sei nun die Gemeinde gefordert. Laut dem jetzigen Antrag soll die Verwaltung die Chancen für einen neuen Schulanbau ausloten oder weitere Optionen prüfen. „In den nächsten Jahren bekommen wir hier sonst ein Problem“, sagt Lerche. Laut Bürgermeister Frank Schöning, ebenfalls FBK, renne er mit dem Antrag „offene Türen ein“. Noch im Juni, spätestens aber in der nachfolgenden Sitzung des Gemeinderats, soll ein Beschluss dazu folgen.

„Für das Schuljahr 2018/19 reichen die vorhandenen Räume aus. Dies wurde im Termin mit der Fachbehörde vor zwei Wochen bestätigt“, sagt Schöning. „Nach jetzigen Schülerprognosen ist dies 2019/20 auch der Fall. Derzeit wird durch die Fachbehörde in Abstimmung mit den Schulen eine Zusammenstellung für die zukünftig nötigen Räume, Anlagen und Sporteinrichtungen erstellt, die uns Ende Juni vorliegen soll.“ Anschließend werde geprüft, wie sich das umsetzen ließe, baulich und finanziell. „Und zwar so, dass auch das Schuljahr 2020/2021 als erstes und die folgenden Jahre sichergestellt sind“, so Schöning. „Dem dient auch der jetzige Antrag der FBK.“

Da es allerdings noch an anderen Alternativen mangelt, muss die Oberschule zum neuen Schuljahr einen Raum an die Grundschule abtreten, heißt es von Elterninitiative und Schule. Das sei das Ergebnis von Beratungen mit dem Schulträger, der Gemeinde Kreischa. Dazu wird künftig ein Gruppenraum der Oberschule, der während der Sanierung des Turnhallenanbaus als Umkleide umgenutzt worden war zum Klassenzimmer umfunktioniert. Im Gegenzug wird ein dadurch freiwerdendes Klassenzimmer der Oberschule im Erdgeschoss in den Sommerferien neu hergerichtet und fortan von der Grundschule genutzt.

Doch das Platzproblem wird dadurch nicht auf Dauer gelöst. Die Grundschule ist bereits zweizügig, zum neuen Schuljahr gibt es erstmals drei erste Klassen. Ähnlich wird es wohl auch 2019/20 sein. Die Oberschule, die noch vor ein paar Jahren um ihre Existenz bangen musste, wird wohl spätestens 2022 komplett zweizügig sein.

Landesamt und Rathaus im Gespräch

Im laufenden Schuljahr werden in dem Plattenbau am Kirchweg 229 Kinder aus Kreischa und umliegenden Kommunen an der Oberschule unterrichtet. In der Grundschule gibt es immer mehr Kinder. Aktuell werden dort 161 Mädchen und Jungen unterrichtet. Im kommenden Schuljahr werden es womöglich über 180 Kinder sein.

Ferner wird mit der angeschobenen Überarbeitung des Flächennutzungsplans neues Bauland in der Gemeinde ausgewiesen. Infolgedessen wird gebaut – und weitere Familien mit Kindern ziehen nach Kreischa. Außerdem sind die Oberschulen in den Nachbarkommunen „aktuell gut ausgelastet“, bestätigt Sprecherin Petra Nikolov vom Landesamt für Schule und Bildung (Lasub). Die Behörde führe bereits Gespräche mit Kreischa zum Thema Platzbedarf.

Allen Beteiligten ist offenbar klar: Die Grund- und Oberschule, die insgesamt betrachtet schon aus allen Nähten platzt, benötigt eine Erweiterung. „Seit Jahren weisen wir auf diese Entwicklung hin“, sagt Grundschulleiter Mario Antes. „Und Pläne für einen Anbau gibt es bereits.“ So könnte das zu DDR-Zeiten errichtete Schulhaus an den Giebelseiten erweitert werden. So bekäme die Schule vom Keller bis zur zweiten Etage mehrere neue Räume zusätzlich.

„Doch so ein Anbau muss erst einmal genehmigt und errichtet werden, das dauert sicher noch mindestens zwei Jahre“, gibt Antes zu bedenken. Obendrein kann die Gemeinde so einen Anbau nicht alleine stemmen. „Die eigentlich nötige Erweiterung der Schule ist derzeit nicht möglich. Woher sollen wir die rund 3,3 Millionen dafür nehmen?“, hatte Schöning mehrfach betont. Er hofft nun auf Geld vom Freistaat.

Sachsen habe ein Schulhausbauförderprogramm. Dies sehe einen Regelsatz von 40 Prozent vor. Doch das allein wird womöglich nicht reichen, um einen Anbau zu finanzieren, geschweige denn ein komplett neues Schulhaus. Denn auch diese Alternative ist keine undenkbare Variante, heißt es aus der Elterninitiative. Demnach könnte die eine Schule das aktuelle Gebäude nutzen und die andere einen etwaigen Neubau. Auch diese Variante wird geprüft.