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Familie

Eltern sollen nicht Lehrer spielen

Was bedeutet die Schließung der Schulen für die Eltern? Das sagt der Grundschulverband dazu.

Eltern sollen Lehrer nicht ersetzen. Vielmehr kann die Zeit zu Hause genutzt werden, um Wissen spielerisch zu vermitteln.
Eltern sollen Lehrer nicht ersetzen. Vielmehr kann die Zeit zu Hause genutzt werden, um Wissen spielerisch zu vermitteln. © pixabay.com/congerdesign (Symbolfoto)

Frankfurt/Main. Schulen sind geschlossen und Eltern fragen sich, wie sie die entstandene Lücke füllen können. Sollen sie Lehrer ersetzen und versäumten Schulstoff mit dem Kind lernen? "Auf keinen Fall. Es geht nicht um das Abarbeiten und Schaffen von Lernstoff", beruhigt Maresi Lassek vom Grundschulverband. Stattdessen ginge es um den Lernprozess, der sonst in der Schule gemeinschaftlich erlebt wird.

Statt Mathe und Deutsch zu üben, sollten sich Eltern auf Aktivitäten konzentrieren, die sonst zu kurz kommen. Dafür gibt der Verband Anregungen:

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Lesen: Abhängig von der Lesestufe des Kindes kann das Vorlesen sein, aber auch eigenständiges Lesen, Partnerlesen und gegenseitiges Vorlesen. Der Lesestoff sollte dabei Interessen des Kindes treffen. Also warum nicht auch eine Abenteuergeschichte. "Es ist sinnvoll, sich mit dem Kind über das Gelesene auszutauschen", rät Lassek. Man könne auch Fortsetzungsstränge weiterspinnen oder alternative Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

Kopfrechnen: Plus und Minus im Zahlenraum bis 20, 100, 1000, sowie kleines Einmaleins. "Das sollte aber nicht so lange gehen wie eine Schulstunde, den die Ansprache und Interaktion ist zu Hause viel intensiver", erklärt Lassek. Sie empfiehlt konzentrierte 10 bis 15 Minuten pro Tag.

Bauen und Konstruieren: Das könne nach Bauanleitungen geschehen oder mit Bausteinen oder Materialien, die zu Hause vorhanden sind. Das schule technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Handgeschicklichkeit, Feinmotorik, Wahrnehmung, Ausdauer und Geduld. Zu gelungenen Bauwerken schreiben viele Kinder auch gerne die Bauanleitungen für andere auf.

Kinderfilme schauen: Und zwar gemeinsam. Danach kann man darüber reden, etwa über das Land oder die Region, in dem der Film spielt, welche Tiere dort leben und wie sie leben. Das könne man dann alles zusammen recherchieren.

Kreatives: Man könne ein Lied oder szenische Darstellung einstudieren oder ein Gedicht lernen.

Ausflüge in die Natur: Sofern sie möglich sind. Dabei können Tiere und Pflanzen fotografiert werden, die man nicht kennt, worüber man aber mehr wissen will. Dann kann zu Hause alles darüber in Lexika, in Sachbüchern oder im Internet recherchiert werden.

Bei allen Aktivitäten sollten Eltern die Kinder fragen, was sie interessiert, was sie wissen und tun wollen, und dann zu gemeinsamen Absprachen kommen. Beim Tagesablauf sei zwar eine Struktur wichtig, es sollte aber auf einen ausgewogenen Wechsel von fremdbestimmten und selbstbestimmten Tätigkeiten geachtet werden. "So beschwören Eltern keine unnötigen Konflikte herauf", rät Lassek.

Sie beruhigt zudem: "Wenn es an einem Tag noch nicht richtig funktioniert, dann klappt es eben am nächsten Tag. Die Hauptsache ist, man nimmt den Stress raus." (dpa/tmn)