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Elternräte starten Umfrage zum Lehrermangel

Bis Anfang Oktober läuft die Aktion. Der Kreiselternrat hofft auf rege Teilnahme. Das war in der Vergangenheit nur selten so.

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© Symbolfoto: dpa

Von Maria Fricke

Region Döbeln. Der Kreiselternrat (KER) Mittelsachsen will sich selbst ein Bild über die Lehrersituation an den Schulen machen. Aus diesem Grund haben die Mitglieder eine Online-Umfrage gestartet. Startschuss war vor vier Wochen. Der Rücklauf bisher sei gering. Doch das hat seine Gründe, meint Ralf Ullrich, stellvertretender Vorstand im KER und zuständig für den Altkreis Döbeln.

„Die Links werden an die Schulen und nicht direkt an die Elternsprecher weitergegeben“, berichtet der Elternsprecher der Grundschule Waldheim. Nicht immer funktioniere es, dass die Informationen auch an die Verantwortlichen kommen. Zudem scheiden immer wieder Elternsprecher aus, weil ihr Kind zum Beispiel die Schule verlässt. Bis die Daten der Nachfolger ins System eingepflegt seien, vergehe oft viel Zeit. Daher läuft die Umfrage bis Anfang Oktober. Dann soll es eine Auswertung geben, kündigt Ullrich an.

Es sei das erste Mal, dass der KER in dieser Form versuche, Informationen zum Lehrermangel zu bekommen. „Wir haben das vorher immer im Rahmen der Vollversammlung erfragt. Aber von rund 100 Schulen sind lediglich 20 bis 25 Vertreter dort mit dabei“, bilanziert Ullrich. Oftmals konzentrieren sich die Elternsprecher vorwiegend auf die Arbeit in der eigenen Schule. Das Bewusstsein für den Kreis fehle. Doch gerade in der jetzigen Zeit, in der es aufgrund von Seiteneinsteigern und Lehrermangel zu Problemen kommt, gebe es häufig auch Anfragen an den KER.

Die Pflichtstunden können in den meisten Schulen der Region gehalten werden (DA berichtete). „Aber Nebenprojekte wie Ganztagsangebote oder Streitschlichter werden nicht mehr allumfassend abgedeckt“, sagt Ullrich. Zudem würden die Schulen oft zu spät vonseiten der Sächsischen Bildungsagentur informiert, was die personelle Besetzung angeht. Ullrich weiß, dass zum Beispiel an der Grundschule Waldheim öfter der Stundenplan umgestellt werden musste, weil es personelle Änderungen gegeben habe. „In den ersten sechs Monaten bekommt man so keine Ruhe in die Klassen“, sagt er. Seine Tochter geht in die dritte Klasse. Noch zwei Schuljahre will Ullrich Elternrat bleiben. Ob er das auch an der weiterführenden Schule der Tochter macht, weiß er noch nicht.