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Elterntaxis blockieren Krankenhaus-Zufahrt

Weil es immer wieder Beschwerden über den Fahrservice gibt, kontrolliert das Ordnungsamt vermehrt.

© René Meinig

Von Julia Vollmer

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Pünktlich um 7 Uhr beginnt die Eltern-Karawane. Auto um Auto parkt vor der 113. Grundschule auf der Georg-Nerlich-Straße in der Johannstadt. Oft nur Sekunden, das Kind hüpft hinaus und die Eltern fahren weiter. Doch andere parken minutenlang im Halteverbot und behindern andere Fahrer, Radfahrer oder Fußgänger. „Es gibt Beschwerden, dass die Eltern-Taxis die Zufahrt zum gegenüberliegenden Krankenhaus zustellen“, so Nora Jantzen aus dem Ordnungsamt.

Vereinzelte Fälle bestätigt auch die Klinik. Die Kollegen vom Ordnungsamt sind regelmäßig vor Ort, verwarnen die Eltern, erklären ihnen die Gefahren und wenn gar nichts mehr hilft, gibt es auch mal ein Knöllchen.

Auf der angrenzenden Canaletto-Straße parken die Autos teilweise in zweiter Reihe. Das ist gefährlich für die kleinen Schulanfänger, die zwischen den Fahrzeugen hin und her huschen. Die häufigsten Ausreden der Eltern, warum sie ihre Kinder bis genau vor das Schultor chauffieren: keine Zeit, kein anderer Parkplatz. „Ich fange kurz nach Schulbeginn auch an zu arbeiten und schaffe es leider nicht, mein Kind zu Fuß in die Schule zu bringen“, sagt eine Mutter. Ein Vater kann die Kontrollen gar nicht nachvollziehen und schimpft. Es gäbe Wichtigeres.

Doch nicht nur in der Johannstadt gibt es Ärger um die Fahrdienste, sondern auch unter anderem in der Neustadt oder in Naußlitz. In der Neustadt kontrollieren die Ordnungshüter verstärkt vor der 4. Grundschule auf der Löwenstraße. Auch dort werden bei Bedarf Strafzettel an die Eltern verteilt. Die übrigen Mütter und Väter kommen mit einer Verwarnung und dem Hinweis davon, Laufen wäre sicherer und gesünder.

Das bestätigt Kinderarzt Sasha Ifflaender, der seine Praxis am Albertplatz hat. „Der „aktive“ Schulweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß hat einen positiven Einfluss auf das Körpergewicht und die Gesundheit von Kindern.“ Und das ist enorm wichtig, betont auch Kinderpsychologe Veit Rößner. Sonst entwickeln Kinder Ängste, die sich im schlimmsten Fall nur mit Therapien wieder in den Griff bekommen lassen. „Wenn sich beide Seiten dann sicherer fühlen, ist auch ein Handy für das Kind eine gute Sache“, sagt er. Und einen Vorschlag hat er: Laufgruppen mit Kindern bilden.

Damit sich Kinder und Eltern sicherer fühlen, sind die Schulweghelfer der Verkehrswacht in der Stadt unterwegs und helfen den Kleinen über Kreuzungen und Ampeln.