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Emotionaler Abschied im Dauerregen

Jürgen Haase ritt das letzte Mal als Old Shatterhand über die Felsenbühne Rathen – sein Nachfolger ist sein Vorgänger.

© Daniel Förster

Von Thomas Morgenroth

Kurort Rathen. Da glitzerte sogar bei einem so hartgesottenen Westmann wie Old Shatterhand eine Träne im Augenwinkel, als er erst sein Messer und dann seinen Henrystutzen seinem Nachfolger überreichte – und der war gerade noch sein Erzfeind Santer. Jedenfalls war die Besetzung schon sehr speziell, als Jürgen Haase am Samstag in „Winnetou I“ im strömenden Dauerregen vor fast 1 400 Zuschauern das letzte Mal als Winnetous Blutsbruder durch den Sand der Felsenbühne Rathen ritt. Erst kämpfte der 60-jährige Dresdner mit allem Einsatz gegen die Schurken, um schließlich den Mörder von Winnetous Vater und Schwester in die Arme zu schließen – Holger Uwe Thews.

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Im Grunde ist der 45-jährige Thews sowohl Haases Nachfolger als auch sein Vorgänger. In der Saison 2007 gab Thews im „Schatz im Silbersee“ das erste Mal den Shatterhand und wurde auch 2012 in „Old Surehand“ in dieser Rolle besetzt. Übrigens mit Haase an seiner Seite, den Landesbühnen-Intendant Manuel Schöbel als Old Wabble nach fünf Jahren Pause auf die Felsenbühne zurückgeholt hatte. Als Thews 2014 krankheitsbedingt ausfiel, sprang Haase als Shatterhand ein - und blieb es.

Aber nun, sagt Haase, sei es genug: „Ich komme körperlich an meine Grenzen.“ Der Abschied fällt ihm nicht leicht, immerhin war der Schauspieler 1984 der erste Winnetou der DDR. Später wurde er dessen Blutsbruder, eine Rolle, die er übrigens auch weiterhin spielen wird, im „Radebeuler Bilderbogen“ am Karl-May-Museum, mit Holger Uwe Thews als Karl May.

„Ich freue mich auf die nächste Saison in Rathen“, sagt Thews, der in den vergangenen Jahren immer mal wieder als Ersatz in „Winnetou I“ zu sehen war, unter anderem auch als Old Shatterhand. 2019 steht noch einmal das gleiche Stück auf dem Spielplan, es war mit durchschnittlich 1 200 Zuschauern pro Vorstellung in diesem Jahr der Renner. Das dürfte im kommenden Jahr kaum anders sein - Karl May gehört nun mal in den Wehlgrund, auch wenn mancher Jürgen Haase in seiner Paraderolle vermissen dürfte. Aber er kehrt zurück - als Ritter Landolf in dem Historienspektakel „Das Geheimnis der Hebamme“.