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Empörung über Bild von Kremlkritiker im Fadenkreuz

Der umstrittene tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hat einmal mehr für Empörung gesorgt.

Moskau. Mit dem Bild eines prominenten Kremlkritikers im Fadenkreuz hat der umstrittene tschetschenische Republikchef Ramsan Kadyrow bei russischen Menschenrechtlern für Empörung gesorgt. Der Moskauer Bürgerrechtler Lew Ponomarjow forderte am Montag von der Justiz mit Nachdruck eine Stellungnahme zu dem Foto, das den früheren russischen Ministerpräsidenten Michail Kasjanow (2000-2004) in Straßburg zeigt.

Der kremlnahe Kadyrow hatte die Aufnahme im Internet veröffentlicht. Kasjanow sammle im Westen Geld für die Opposition, schrieb der Chef der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus dazu. Und er fügte in drohender Wortwahl hinzu: „Wer nicht verstanden hat, wird begreifen!“ Menschenrechtler werfen Kadyrow Gewalt gegen Kremlkritiker vor.

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Kasjanow kündigte rechtliche Schritte an. Sein Porträt im Fadenkreuz komme einem Mordaufruf gleich, sagte der Vorsitzende der liberalen Parnas-Partei. Er erwarte auch von Präsident Wladimir Putin eine Stellungnahme. Kremlsprecher Dmitri Peskow lehnte einen Kommentar ab. Er kenne das Bild nicht, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Kadyrow hatte vor kurzem über Putin-Gegner gesagt: „Solche Leute muss man als Feinde des Volkes, als Verräter behandeln.“ In einer Umfrage des Moskauer Lewada-Zentrums sagten 59 Prozent der Befragten, sie seien nicht einverstanden mit einer solchen Bewertung der Opposition. (dpa)