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Empörung über Urbans Pegida-Auftritt

Das Auftreten des sächsischen AfD-Landeschefs hat für Irritationen in seiner Partei gesorgt. Narren kann man nicht aufhalten, sagte Bundesvorstandsmitglied Steffen Königer.

© dpa/Sebastian Kahnert

Dresden/Berlin. Der Auftritt des sächsischen AfD-Landesvorsitzenden Jörg Urban bei Pegida in Dresden hat für Empörung beim politischen Gegner und Irritationen in der eigenen Partei gesorgt. Die sächsischen Linken sehen durch den Auftritt Urbans am Montagabend auf der Bühne des fremden- und islamfeindlichen Bündnisses auf dem Neumarkt „die letzten Masken“ der Rechtspopulisten gefallen. „Narren kann man nicht aufhalten“, resümierte das AfD-Bundesvorstandsmitglied Steffen Königer am Dienstag in Berlin mit Hinweis auf die gleichlautende Einschätzung der als gemäßigt geltenden Alternativen Mitte.

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Sachsens Linken-Landesvize Silvio Lang warnte vor einem Einzug der Pegida mithilfe der AfD in den Sächsischen Landtag. Er sprach von einem „Horrorszenario“, das es zu verhindern gelte. Habe die AfD bisher versucht, „den bürgerlichen Schein zu wahren“, werde mit dem Näherrücken der Landtagswahl 2019 „immer klarer, dass sie den Schulterschluss zu rassistischen und rechtsextremen Bewegungen in Sachsen sucht.“

Urban hatte vor „Einigkeit, Einigkeit“ jubelnden Kundgebungsteilnehmern vor der Frauenkirche gesagt: „Pegida und die AfD sind dieselbe Bewegung.“ Er ist der erste ranghohe AfD-Funktionsträger, der bei Pegida aufgetreten ist. Erst am Wochenende hatte ein Bundeskonvent der AfD den Weg dafür freigemacht. Die Pegida-Führung kündigte auch Auftritte der Landesvorsitzenden aus Thüringen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Björn Höcke, Andreas Kalbitz und André Poggenburg, an, die allesamt Vertreter des rechtsnationalen Flügels sind.

Die Alternative Mitte hatte den Schulterschluss mit Pegida bereits am Sonntag mit den Worten kommentiert: „In der AfD gibt es ein paar Funktionäre und Mandatsträger, die gerne den Hofnarren für einen kleinen Teil des Volkes geben wollen, der auf einer Ebene unterhalb von parlamentarischer Vernunft unterhalten werden möchte.“

Bundesvorstandsmitglied Königer, der dem brandenburgischen Landtag angehört, soll im Auftrag der Parteispitze in diesem Frühjahr eine regierungskritische Großdemonstration in Berlin organisieren. Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest. Auf die Frage, ob eine Kundgebung, der sich theoretisch auch Radikale anschließen könnten, für seine Partei nicht auch ein Risiko sei, antwortete er: „Wenn unbedingt jemand mit der Reichskriegsflagge auftreten will, dann werden unsere Ordner sofort eingreifen, so etwas brauchen wir nicht.“ (dpa)