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Endlager-Kommissionbeklagt Zeitdruck

Seit Jahrzehnten wird in Deutschland um Endlager für hoch radioaktiven Atommüll gestritten. Lange ging es nur um Gorleben, jetzt gilt das Prinzip „offene Suche“. Die zuständige Kommission muss bald liefern.

© dpa

Berlin.Die Kommission, die die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll vorbereitet, kritisiert ihren Zeitplan als zu eng. Nach der bisherigen Planung blieben zwischen Fertigstellung des Berichtsentwurfs und der Übergabe an Bundestag und Bundesrat wohl nur 14 Tage Zeit, die Öffentlichkeit zu hören, sagte der Kommissionsvorsitzende Michael Müller am Freitag in Berlin. „Ich finde, dass das nicht geht.“

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DSC muss in Straubing ran

Nach dem Abschlusstraining am heutigen Freitagvormittag stieg das Team von Chefcoach Alexander Waibl in den Bus und machte sich auf nach Niederbayern, wo sie morgen um 18.30 Uhr das letzte Spiel der Hauptrunde gegen Aufsteiger NawaRo Straubing bestreiten werden. 

Eine erste Fassung des Berichts, der unter anderem die Kriterien für die Endlager-Suche benennt, werde „wahrscheinlich um den 10. Juni“ herum fertig, sagte Müller, der früher Staatssekretär im Bundesumweltministerium war. Am 30. Juni wird die Kommission bereits aufgelöst, so sieht es ein Gesetz vor.

Mehrere Kommissionsmitglieder gehen davon aus, dass es den Sommer über eine weitere Anhörungsphase für die Öffentlichkeit geben wird, bevor sich dann ab September die Politik mit dem Bericht befasst.

Die Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ hat ihre Arbeit vor zwei Jahren aufgenommen. Sie soll die Suche nach einem Endlager so gestalten, dass es einen möglichst breiten gesellschaftlichen Konsens gibt. Er sei optimistisch, dass die Endlager-Kommission den „letzten großen Meilenstein“ bewältigen werde, sagte Steffen Kanitz (CDU) am Freitag dazu im Bundestag. Die Arbeit sei auf einem guten Weg.

„Ich wäre dafür gewesen, dass wir insgesamt länger tagen“, sagte Sylvia Kotting-Uhl, die als Vertreterin der Grünen-Fraktion in der Kommission sitzt. „Schon in der Kommission merke ich, dass es nicht einfach ist, Ergebnisse zu akzeptieren, wenn man sich nicht so intensiv damit befasst hat. Deswegen ist es so wichtig, dass alle sich beteiligen können, nicht nur Funktionäre.“

Am Freitag trafen sich die Mitglieder in Berlin mit interessierten Bürgern, um über die Zwischenergebnisse zu diskutieren. Nach Darstellung der Kommission ist der Bericht zwar in weiten Teilen fertig, allerdings hake es noch an mehreren Punkten. Endziel der Endlagersuche ist es, bis 2031 einen möglichst sicheren Standort zu finden. Bis der hoch radioaktive Atommüll in ein künftiges Endlager eingelagert wird, wird es noch deutlich länger dauern. (dpa)