merken

Endlich Platz zum Bauen

Neustadt erschließt ein neues Wohngebiet. Noch in diesem Jahr sollen Bauherren hier loslegen können.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Neustadt. Wer sich zum Schichtwechsel bei Capron ans Werkstor stellt, kann dort zahlreiche Mitarbeiter mit Bautzner, Löbauer, Kamenzer oder Zittauer Nummernschild vom Parkplatz fahren sehen. „Wenn es uns gelingt, wenigstens einen Teil davon hier sesshaft zu machen, dann können wir dem demografischen Problem etwas entgegensetzen“, sagt Neustadts Bürgermeister Peter Mühle (NfN). Die Stadt hat zwar wachsende Unternehmen, konnte aber einwohnertechnisch noch nicht in entsprechendem Maße davon profitieren. Es fehlt schlicht an Platz. Momentan ist in Neustadt keine einzige freie Bauparzelle mehr zu haben.

Anzeige
Abwrackprämie für Ihren "Alten"
Abwrackprämie für Ihren "Alten"

Die Autogalerie Dresden hat sich ein besonderes Angebot ausgedacht: 5.000 Euro Umtauschprämie.

Umso größer ist die Freude, dass es jetzt endlich losgeht mit dem Wohngebiet an der Ecke Berghausstraße und Schillerstraße. Die Bagger graben sich schon seit ein paar Tagen in die trockene Erde der Brachfläche, auf der früher einmal der „Rote Ochse“ und der „Fresswürfel“ des Fortschritt-Kombinats standen. Mit einem symbolischen Spatenstich wurden die Erschließungsarbeiten am Donnerstag noch einmal ganz offiziell gestartet. Die Schaffung von Wohnraum, ob zur Miete oder als Eigentum sei aktuell die wichtigste Aufgabe der Stadt, sagte Rathauschef Mühle.

Im ersten Erschließungsabschnitt entstehen im hinteren Teil der Fläche zehn Parzellen für neue Wohnhäuser. Noch vor dem Jahresende sollen die ersten Bauherren hier loslegen können. Um die Vermarktung kümmert sich die Sparkasse. Der Quadratmeterpreis liegt bei 75 Euro je Quadratmeter für das erschlossene Grundstück, die Parzellen sind etwa 700 bis 800 Quadratmeter groß, das macht zwischen 50 000 und 60 000 Euro pro Baufläche.

Die Nachfrage ist da. Sieben bis acht Interessent stehen laut Bauamtschef Michael Schmidt bereits in Warteposition. Der zweite Abschnitt wird dann im kommenden Jahr erschlossen und geht ab 2020 in den Verkauf. Insgesamt sind 23 Parzellen vorgesehen.

Das Regelwerk im Bebaungsplan wurde bewusst locker gehalten, sodass der Fantasie – fast – keine Grenzen gesetzt seien, sagte Bürgermeister Peter Mühle. Ob Bungalow, Zweigeschosser oder Doppelhaus; Flachdach, Schrägdach oder Satteldach – die verschiedensten Bauformen sind erlaubt. Im ersten Schritt sind die Bauleute der Strabag derzeit dabei, die Kanäle für die Entwässerung auszuheben. Die Zufahrt in die neue Eigenheimsiedlung soll künftig sowohl direkt von der Berghausstraße neben dem Bildungszentrum als auch über die Schillerstraße möglich sein. Dafür wird dort eine neue Straße angelegt. Langfristig könnte das Wohngebiet laut Bebauungsplan sogar hinter dem Gebäude des Bildungszentrums weiter wachsen. Noch steht dort allerdings eine Baracke, die unter anderem von einer städtischen Gesellschaft genutzt wird.

Das Wohngebiet Berghausstraße sollte ursprünglich bereits im Herbst 2017 erschlossen werden, doch der Erschließungspartner sprang ab. Seit Mai ist die Strabag AG als Bauunternehmen mit im Boot. Als Nächstes soll in Langburkersdorf auf dem Areal zwischen Hohwald-Werkstätten, Friedhof und Bahndamm ein weiteres Wohngebiet entstehen. Dort wäre laut Planung Platz für 45 Parzellen. (mit SZ/nr)