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Weißwasser

Endlich wieder ein Füchse-Sieg

In Kaufbeuren gelingt den Lausitzer Füchsen ein 4:2-Erfolg, weil es diesmal keine Schwächephase gibt.

Füchse-Torwart Mac Carruth war wieder ein Bank. Diesmal wurde er aber auch von seiner Mannschaft gut unterstützt.
Füchse-Torwart Mac Carruth war wieder ein Bank. Diesmal wurde er aber auch von seiner Mannschaft gut unterstützt. © Titus Fischer

Die Lausitzer Füchse haben den Bock nach fünf Niederlagen in Folge endlich umgestoßen, mit einem 4:2 (1:1, 1:1, 0:2)-Erfolg den ersten Sieg im neuen Jahr gefeiert und den Rückstand auf die den zehnten Platz (reicht für Pre-Playoffs) belegenden Dresdner Eislöwen auf drei Punkte verkürzt.

Füchse-Trainer Corey Neilsson hatte ja nach dem Open-Air-Derby in Dresden gesagt, dass er es leid sei, immer nur Niederlagen zu erklären. Seine Mannschaft dürfe einfach nicht mehr so viele Strafen nehmen, dürfe sich nicht so viele individuelle Fehler leisten und müsse die Torchancen konsequenter nutzen. Und was musste Neilsson in der ersten Spielminute sehen? Zwei Strafen binnen weniger Sekunden gegen Keussen und Monteith. Zwar waren beide Strafen an der unteren Grenze des Pfeifbaren und strittig, weil ein Foul an George vorher nicht bestraft wurde, aber die Gastgeber hatten die Riesenchance, in hundert Sekunden doppelter Überzahl früh in Führung zu gehen. Zum Glück verteidigten die Füchse stark, war Torwart Mac Carruth sofort hellwach und spielten die Kaufbeurer in dieser Phase wirklich schwach. Die Füchse fanden danach, auch beflügelt vom gelungenen Unterzahlspiel, besser ins Spiel. In der ersten eigenen Überzahl schossen die Füchse aus allen Rohren (je zweimal Granz und Keussen), bevor dann Farmer freigespielt wurde, dem der Puck erst noch versprang, der ihn dann aber doch noch unter die Latte zimmerte (10.). Das Spiel schien jetzt (endlich wieder einmal) in Füchse-Richtung zu laufen, aber dann machte ausgerechnet Topscorer Hammond einen riesigen Fehler im eigenen Drittel, als er an den Puck kam, ihn aber anstatt nach Außen wieder zurück in die Mitte spielte. Zwar verfehlte ein Kaufbeurer direkt danach noch knapp das Tor, aber mit dem nächsten Schuss traf Koziol zum Ausgleich, auch weil Torwart Carruth die Sicht verdeckt war (14.). Das 1:1 nach dem ersten Drittel war insgesamt gerecht, wobei die Gastgeber vor allem durch den starken Blomqvist die etwas besseren Chancen hatten.

Die gesunde Drittelstunde

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Das Mitteldrittel gehörte dann den Füchsen, die ein extrem hohes Tempo anschlugen und die Kaufbeurer mehrfach einschnürten, die dadurch Schwierigkeiten hatten, ihre Reihen zu wechseln. Die beste Chance hatte Andres, als er nach einem Hammond-Pass vor dem leeren Tor den Puck verpasste. Insgesamt aber blieben die ganz großen Chancen für die Füchse aus. Dann stellte die nächste Strafe der Füchse das Spiel ein wenig auf den Kopf. Zwar überstanden die Füchse die Unterzahl trotz uweier Riesenchancen für die Gastgeber dank der klasse Paraden von Carruth, aber gerade als die Strafe abgelaufen war, hatte Schmidle die Scheibe hinter dem Tor, wollte einen Pass nach vorn bringen, traf aber den Schlittschuh von Granz, von wo die Scheibe um Millimeter am Schoner von Carruth vorbei ins Tor rutschte (37.). Ein Glückstor aus Sicht der Gastgeber. Zum Glück benötigten die Füchse nur 24 Sekunden für den Ausgleich. Der Kaufbeurer Thiel machte einen Fehler im eigenen Drittel, Hammond kam an den springenden Puck, verzögerte und spielte dann zu Andres, der den Puck ins Tor schob.

Nach fünf Minuten im Schlussdrittel gingen die Füchse dann in Führung. Bei angezeigter Strafe gegen einen Kaufbeurer legte Schwamberger einen Sturmlauf über die rechte Seite hin, setzte sich durch, lief um das Tor, deutete einen Bauerntrick an, spielte aber auf Boiarchinov, der die Scheibe direkt ins Netz hämmerte. Danach gab es durch die weiter sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter eine weitere Strafe gegen Kaufbeuren, in der den Füchsen aber nichts gelang. Reichel hatte dann nach einer tollen Einzelleistung eine Riesenchance, aber Kaufbeurens Torwart Dalgic hielt. Danach wurde es immer mehr eine Abwehrschlacht der Füchse, die mit Mann und Maus verteidigten und immer wieder nur darauf bedacht waren, den Puck aus dem Verteidigungsdrittel zu bekommen. 90 Sekunden vor dem Ende nahmen die Gastgeber nach einer Auszeit ihren Torwart vom Eis. Aber wenig später kam Joel Keussen in der Ecke des eigenen Drittels an den Puck und schaffte es tatsächlich, ihn aus dieser Maximalentfernung ins leere Kaufbeurer Tor zu versenken.

Man konnte die Steine der Erleichterung förmlich plumpsen hören. Am Sonntag gehts jetzt gegen den Tabellenzweiten Heilbronn, der am Freitag Dresden mit 8:1 vom Eis fegte.

Statistik

ESV Kaufbeuren – Lausitzer Füchse2:4 (1:1, 1:1, 0:2)

Tore: 
0:1 Robert Farmer 9:57 (Überzahl, Assist: Breitkreuz, Andres )
1:1 Fabian Koziol 13:06 (Wolter, Thomas)
2:1 Max Schmidle 36:13 (Gracel, Lewis)
2:2 Tomas Andres 36:37 (Hammond)
2:3 Feodor Boiarchinov 45:28 (Schwamberger, Kania)
2:4 Joel Keussen 58:51 (empty net, ohne Assist)

ESV Kaufbeuren
Tor: Dalgic
Abwehr: Koziol, Eichinger – Kittel, Pfaffengut – Ketterer, Thiel – Latta
Sturm: Lukes, Kerälä, Blomqvist – Lewis, Wöhrle, Gracel – Pokorny, Schmidle, Laaksonen – Wolter, Thomas, Oppolzer

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Keussen, Mik – Monteith, Granz – Pozivil, Kania – Karrer
Sturm: Farmer, Murphy, Breitkreuz – George, Hammond, Andres – Kuschel, Reichel, Ross – Boiarchinov, Schwamberger, Strodel

Schiedsrichter: Kevin Salewski, Volker Westhaus
Strafen: Kaufbeuren 4, Füchse 8
Zuschauer: 2.623