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Endlich wieder ein Winter!

Nach einem milden Dezember überrascht der Januar mit Minusgraden. Allerdings ist das noch nichts gegen früher.

© Walter Hahn, Sammlung Neumann

Von Kay Haufe

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Noch sind sie klein und kaum sichtbar: Eisschollen auf der Elbe. Doch die Uferbereiche sind bereits mit einer dicken Eisschicht überzogen. Dresden hat wieder einen Winter. Und er bleibt erhalten. Derzeit verschiebt sich Hoch Christa nach Nordosten, und der Wind dreht auf Ost. Damit erwarten uns bis Sonntag erneut Nachttemperaturen bis minus zehn Grad.

Winterzauber pur: Wer sich Zeit nimmt, entdeckt frostige Schönheiten wie die Uferbereiche vor der historischen Altstadtkulisse.
Winterzauber pur: Wer sich Zeit nimmt, entdeckt frostige Schönheiten wie die Uferbereiche vor der historischen Altstadtkulisse. © Robert Michael

Wann war die Elbe zuletzt zugefroren?

Im Februar 1963. An 35 Tagen blieb die Wasserstraße damals komplett vereist. Ein Ereignis für die Dresdner, die auf der Eisdecke von der Altstadt in Richtung Laubegast liefen, sich beim Schlittschuhlauf und Eishockey amüsierten. Allerdings war die eisige Oberfläche nicht sehr glatt. Und auch vorher war die Elbe schon zugefroren, so in den kalten Wintern 1954 und 1947.

Mit der Einleitung von Abwässern und Chemikalien in der DDR-Zeit wurde Eisgang seltener. Die eingeleiteten Flüssigkeiten erhöhten die Wassertemperatur. So bildete sich im Februar 1987 keine geschlossene Eisdecke, obwohl damals an mehreren Tagen rund minus 20 Grad Celsius gemessen wurden.

Wer kontrolliert die Eisbildung?

In der kalten Jahreszeit ist es für das Dresdner Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) besonders wichtig, den Zustand des Gewässers zu kennen. Daher werden täglich zwischen der Grenze zur Tschechischen Republik bis zur Einmündung der Saale in die Elbe an verschiedenen Standorten Witterungsdaten und Angaben über die Auswirkungen des Eises gesammelt. Setzt eine Eisbildung in Häfen und auf der Elbe ein, wird ein Eismeldedienst eröffnet, um rechtzeitig vor Gefahren zu warnen. Bei Bedarf kommt der in Wittenberg stationierte Eisbrecher „Seebär“ zum Einsatz. Bei zu starkem Eisgang ist auf der Elbe keine Güter-, Sport- und Fahrgastschifffahrt mehr möglich, wie Klaus Kautz, der Leiter des WSA Dresden, sagt.

Wie lange wird schon aufgezeichnet?

Es gibt eine Tabelle, in der die Dekaden seit 1830 mit der Anzahl der Winter und der Summe der Eistage aufgeführt ist. Sie wurde 2005 von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe veröffentlicht. Die meisten Eistage, genau 126, gab es danach in Dresden im Jahrzehnt zwischen 1840 und 1850. Die Dekade danach hatte keinen einzigen. Auch das WSA führt heute ein Eistagebuch. Darin sind unter anderem Behinderungen im Hafen Pieschen durch eine Eisdecke von fünf bis zehn Zentimetern vermerkt. „Wir verzeichnen bis jetzt einen moderaten Eiswinter mit geringem Treibeis“, so Kautz.

Ist der Winter bisher zu kalt?

„Er ist ein völlig normaler Winter“, sagt Thomas Hain vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist der Januar bisher minus 2,4 Grad Celsius kälter. „Allerdings wies der kälteste Tag im Januar 2015 mit minus 15,9 Grad am 22. Januar etwas niedrigere Temperaturen auf als der in diesem Monat mit minus 12,5 Grad“, so Hain. Doch die Summe macht’s. Hielt der Frost im Vorjahresjanuar nur rund eine Woche an, begleitet er uns 2016 schon seit Jahresbeginn. Und ein Ende ist zumindest diese Woche nicht in Sicht. Allerdings ist das Stadtklima immer wärmer als das der Umgebung. So wurden in Marienberg im Erzgebirge am 7. Januar minus 31,4 Grad gemessen.

Wie geht es temperaturmäßig weiter?

Kalt, aber zunehmend sonnig. Der aufkommende Ostwind bläst die Wolken weg. Sternenklare Nächte bringen bis Sonntag bis zu zehn Grad minus mit sich. „Ab Montag deuten sich mildere Temperaturen an“, sagt Hain. Die Luft wird feuchter und hält Regen- und Schneeschauer bereit. Während das Thermometer tagsüber auf maximal vier Grad klettert, gibt es nachts weiterhin leichten Frost.

Für Pfannkuchen-Eisschollen reicht das nicht. Die benötigen fünf Tage mindestens zehn Grad minus oder zehn Tage lang mindestens minus fünf Grad.

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