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Endspurt beim Hains-Anbau

Die Umkleiden im Bad werden erweitert. Bei den Bauarbeiten ist das Gröbste geschafft, doch jetzt wird es knifflig.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Manchmal können 3,80 Meter entscheidend sein. Das weiß Jörg Schneider, Chef der Technischen Werke Freital (TWF) und damit auch Leiter des Freizeitzentrums Hains, ganz genau. „Wir wollen mit dem Anbau die Voraussetzungen dafür schaffen, damit wir die Kunden langfristig im Bad behalten“, sagt er. Dafür ist das Hains in den vergangenen Monaten um eben jene 3,80 Meter nach vorn gewachsen. Dadurch entsteht in den Umkleiden direkt dahinter mehr Platz.

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Nachdem die Bauarbeiten im vergangenen März begonnen haben, nähert sich das Vorhaben nun dem Ende. Ende September – kurz vor dem Start der Herbstferien – wurden die Arbeiten an der Fassade des eingeschossigen Anbaus und an der Außenanlage beendet. Die Arbeiten gehen nun im Inneren weiter. „Uns war es wichtig, dass wir die Grobarbeiten vor dem Beginn der Herbstferien beendet haben“, sagt Schneider. Die unterrichtsfreie Zeit gehört traditionell zu den besucherstärksten Wochen im Freizeitzentrum.

Nötig ist das Vorhaben, weil seit der ersten Erweiterung des Hains um Rutschen, Wasserspielplatz und Schwimmbecken deutlich mehr Besucher kommen. Wurden im Jahr 2014 noch 78 000 Gäste im Schwimmbad gezählt, waren es im vergangenen Jahr mit 160 000 Besuchern rund doppelt so viele. In den vergangenen Winterferien musste das Hains sogar an drei Tagen für kurze Zeit schließen, weil der Andrang einfach zu groß war. In den Umkleiden war es an Spitzentagen zu eng. Vor allem im schmalen Gang davor kamen sich die Menschen in die Quere.

Eigenes WC für Kleinkinder

„Wir werden nach dem Umbau nicht mehr Menschen ins Bad lassen können“, sagt Schneider nun. Bei 280 bis 300 Gästen gleichzeitig im Bad ist derzeit und auch künftig Schluss. „Aber es wird deutlich entspannter.“

Durch den Anbau entsteht in den Umkleiden direkt dahinter mehr Fläche. Dieser wird vor allem für den neuen Gang gebraucht, der deutlich breiter als früher ist. Der Rest des durch den Anbau gewonnenen Platzes wird den Umkleiden zugeschlagen. Dadurch passen dort künftig knapp 400 statt 280 Spinde hin. Die Föhne, die sich früher in den Umkleiden befanden, hängen bereits im neuen, breiten Gang. Auch dadurch gibt es weniger Gedränge in der Damen- und Herrenumkleide.

In einen weiteren Umkleideraum, der teilweise für das Schulschwimmen gebraucht wird, kommen acht geschlossene Umkleidekabinen. Der Vorteil: Die Umkleide kann von beiden Geschlechtern genutzt und besser ausgelastet werden. Derzeit kommt es vor, dass die Herren-Umkleide voll besetzt, in der Frauen-Umkleide aber noch Platz ist. Zwei der acht Kabinen sind so groß, dass eine komplette Familie darin Platz findet. Wickeltische gibt es auch.

Die Bauarbeiten in den Umkleiden sind derzeit noch in vollem Gange. In dieser Woche werden die neuen Spinde angeliefert. Stück für Stück werden diese dann in den Umkleiden installiert. TWF-Chef Schneider schätzt, dass der Umbau Mitte November abgeschlossen ist.

Schon fertig und in Betrieb gegangen ist hingegen die neue Lüftungsanlage. Früher herrschte in den Umkleiden und im Gang die gleiche Temperatur, weil es nur eine gemeinsame Lüftung gab. Die Folge: Den einen war es zu kalt, den anderen zu warm. Nun gibt es zwei getrennte Systeme für die Umkleiden und für den Gang.

Damit sich Kleinkinder und deren Eltern im Hains künftig wohler fühlen, ist eine weitere Neuerung geplant. Direkt am großen Schwimmbecken wird ein Vorratsraum zu einem WC für Kleinkinder umgebaut – mit Wickeltischen, zwei Toiletten im Miniformat und einer Baby-Badewanne. Die Fliesen werden mit Palmenmotiven kindgerecht gestaltet. Hier sollen die Bauarbeiten Ende Oktober beendet sein.

Knifflig wird es Anfang November. Dann soll im Hains ein neues Bezahl- und Kassiersystem aufgebaut werden. Bislang gibt es Papiertickets, auf die ein Code gedruckt wird. Mit der Karte kommen die Besucher durch die Schranke zu den Umkleiden. Wer jedoch zwischendurch etwas essen will, muss wieder in die Umkleiden und Geld holen. Das neue Ticketsystem funktioniert so: Am Eingang bezahlen die Besucher den Eintritt ins Bad und bekommen dafür einen sogenannte Coin.

Wenn sie danach im Restaurant etwas essen oder doch länger im Bad bleiben als geplant, werden die Kosten auf den Coin gebucht. Wie in einem Parkhaus zahlt der Gast dann den Mehrbetrag vor dem Verlassen des Bades an einem Automaten oder bei einem Mitarbeiter an der Kasse. Auch die Spinde lassen sich mit dem Coin öffnen.

„Die Umstellung der Technik wird noch einmal eine Herausforderung“, sagt Schneider. Sicherlich werde auch nicht gleich alles so reibungslos funktionieren wie geplant. „Wir hoffen auf das Verständnis der Gäste.“