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Endspurt beim Sportplatz

Sportunterricht im Freien ist ab Ende September in Zittau möglich. Für Gesprächsstoff könnten die Ballzäune sorgen.

© Matthias Weber

Von Mario Heinke

Wöchentliche Bauberatung in der Mittagshitze zwischen Bagger und Lkw. Dieter Peschel, Leiter des Amtes für Hoch- und Tiefbau beim Kreis und Holger Zachmann, Projektant von der AIZ-Bauplanungsgesellschaft, beraten am Dienstag mit den Unternehmen den Fortgang der Bauarbeiten hinter der Hauptturnhalle. Beide sind optimistisch, dass die Sportanlage planmäßig bis Ende September fertiggestellt wird. „Es sieht gut aus“, sagt Peschel und lässt den Blick über die Baustelle schweifen.

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Die Hauptturnhalle (gelb) schließt sich links im Bild an das Kleinspielfeld an. Die 50-Meter-Bahn verläuft diagonal über das Spielfeld. Weitsprunggrube (beige) und Kugelstoßanlage (grau) sind links oben zu sehen.
Die Hauptturnhalle (gelb) schließt sich links im Bild an das Kleinspielfeld an. Die 50-Meter-Bahn verläuft diagonal über das Spielfeld. Weitsprunggrube (beige) und Kugelstoßanlage (grau) sind links oben zu sehen. © Grafik: AIZ Bauplanung

Die Böden auf der rund 2 800 Quadratmeter großen Freifläche sind auf verschiedenen Höhenebenen verdichtet, geschottert und mit unterschiedlichen Betonelementen eingefasst. In den kommenden Wochen werden hier die Beläge aufgebracht: Asphalt und unterschiedliche Pflaster für die Verkehrsflächen, roter Kunststoff für das Spielfeld und Mutterboden für die äußerst schmal geratenen Grünstreifen. Das Kleinspielfeld bekommt einen zweischichtigen Belag, der obere ist dabei aus rotem Kunststoff und entspricht dem Belag, der auch im Weinaupark-Stadion verbaut worden ist, sagt Holger Zachmann. Das Spielfeld ist auf die Anforderungen des Sportunterrichts reduziert, sagt Peschel. Es ist für Volleyball und Basketball geeignet. Die Besonderheit: Die 50-Meter-Bahn führt diagonal über das Spielfeld. Das ist wohl den etwas beengten Platzverhältnissen geschuldet.

Die Kompaktheit der Sportanlage ist vermutlich der Preis dafür, dass man nicht auf die rund 40 Parkflächen verzichten wollte, die mehr als ein Drittel der Fläche hinter der Hauptturnhalle beanspruchen. Der direkt gegenüber dem Gerhart-Hauptmann-Theater befindliche Parkplatz war in der Vergangenheit für ältere Menschen, die schlecht laufen können und denen die Stellflächen im Parkhaus in der Pfarrstraße oder in den umliegenden Straßen zu weit sind, eine optimale Lösung. Deshalb hatte sich das Theater nach Bekanntwerden der Baupläne für den Erhalt von Stellflächen ausgesprochen. Weder Bauherr noch Planer wollten die gefundene Lösung kommentieren. „Der Parkplatz wird nach Fertigstellung von der Stadt Zittau bewirtschaftet“, erklärt Dieter Peschel lediglich dazu.

Für Gesprächsstoff in der Bevölkerung werden vermutlich die über sechs Meter hohen Ballfangzäune beziehungsweise deren Optik sorgen. Sie sollen die Sportanlage zur Goethe- und Schillerstraße sowie zum Nachbargrundstück hin abgrenzen. Kein Ball soll auf den viel befahrenen Einbahnstraßen rechts und links der Sportanlage landen, denn das könnte zu Behinderungen des Straßenverkehrs oder im schlimmsten Fall zu einem Unfall führen.

Optimale Bedingungen für Sport

All diese Fragen werden die Nutzer, also die Schüler des Christian-Weise-Gymnasiums und die Sportfreunde der Zittauer Vereine vermutlich weniger interessieren, denn sie bekommen mit der neuen Sportanlage optimale Bedingungen für den Sportunterricht und das Training geboten. Für die Schüler zählt vor allem die Nähe zu den Gebäuden des Gymnasiums. Die Hauptturnhalle und die dazugehörigen Sportanlagen sind nach wenigen Schritten erreichbar, das spart viel Zeit. Schüler und Lehrer werden das zu schätzen wissen, denn während der zweijährigen Bauzeit mussten sie für den Sportunterricht auf fünf verschiedene Standorte in der Umgebung ausweichen. Erst seit den Winterferien nutzen sie ihre Hauptturnhalle wieder.

Rund 800 000 Euro kostet die neue Sportanlage im Außenbereich. Insgesamt flossen 8,1 Millionen Euro in das Projekt „Turnhalle Gymnasium Zittau“, um deren Standort Stadt und Kreis jahrelang rangen, bis die endgültige Entscheidung zugunsten der Hauptturnhalle am Stadtring fiel. Bund, Freistaat, Landkreis und die Stadt Zittau beteiligten sich an der Finanzierung. Bauaufträge in Höhe von 5,1 Millionen Euro gingen dabei an Unternehmen aus dem Landkreis Görlitz, erklärte Landrat Bernd Lange (CDU) bei der offiziellen Einweihung der Hauptturnhalle im April.