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Boris Johnson schon wieder in der Kritik

Die Regierung in London beruft wegen bevorstehender Hitzerekorde in Großbritannien eine Krisenstabssitzung ein. Der scheidende feiert derweil eine Party.

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Boris Johnson steht einmal mehr in der Kritik
Boris Johnson steht einmal mehr in der Kritik © Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

London/Chequers. Der britische Premierminister Boris Johnson ist am Wochenende erneut wegen einer Feier in die Kritik geraten. Wie der Nachrichtensender Sky News berichtete, gab der scheidende Regierungschef am Sonntag eine private Party auf dem luxuriösen Landsitz Chequers. Die Regierung hatte zuvor wegen des für Anfang nächster Woche erwarteten Hitzerekords den Katastrophenfall ausgerufen und eine Sitzung des nationalen Krisenstabs Cobra einberufen. Dabei hatte sich Johnson am Samstag jedoch nicht blicken lassen.

Die stellvertretende Chefin der oppositionellen Labour-Partei, Angela Rayner, sprach von einer "Zombie-Regierung" und forderte Johnson auf, seinen Platz zu räumen, "wenn er immer noch nicht in der Lage ist, Verantwortung zu übernehmen". Es brauche einen Plan, wie Menschen angesichts der Hitze bei der Arbeit, im Verkehr, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen sicher seien, so Rayner weiter.

Der britische Wetterdienst hat für Montag und Dienstag eine rote Wetterwarnung wegen Hitze herausgegeben - zum ersten Mal überhaupt. Erwartet werden in großen Teilen Englands bis zu 40 Grad Celsius. Der bisherige Temperaturrekord liegt bei 38,7 Grad und wurde 2019 in Cambridge gemessen.

Johnson war Anfang Juli unter massivem Druck aus seiner Fraktion und dem Kabinett vom Amt des Parteichefs zurückgetreten. Er hatte zuvor mit einem Skandal nach dem anderen zu kämpfen - unter anderem wegen verbotener Lockdown-Partys im Regierungssitz. Bis zur Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers will er aber im Amt bleiben.

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Das Auswahlverfahren geht am Montag in eine weitere Runde, wenn sich die fünf verbliebenen Kandidaten einer Abstimmung unter den Fraktionsmitgliedern der Konservativen Partei stellen. Der Letztplatzierte fliegt raus. Der Vorgang wird solange fortgesetzt bis nur zwei Kandidaten übrig sind. Wer Johnson als Parteichef und damit als Premier nachfolgt, sollen dann die Tory-Parteimitglieder über den Sommer entschieden. (dpa)