merken
Deutschland & Welt

Stonehenge-Tunnel: Gegner vor Gericht erfolgreich

Nahe der steinzeitlichen Welterbestätte soll ein Autobahntunnel entstehen. Aktivisten kämpfen dagegen. Mit dem Tunnel wäre der Welterbetitel gefährdet.

Der Sonnenaufgang färbt den Himmel über Stonehenge in orange-gelbes Licht.
Der Sonnenaufgang färbt den Himmel über Stonehenge in orange-gelbes Licht. © Espa Photo Agency/CSM via ZUMA Wire/dpa

London. Im Ringen um den umstrittenen Bau eines Autobahntunnels in der Nähe des steinzeitlichen Monuments Stonehenge in England haben die Gegner des Projekts vor Gericht einen Sieg erzielt. Die Entscheidung des britischen Verkehrsministers Grant Shapps für den 3,2 Kilometer langen Tunnel sei ungesetzlich, urteilte ein Gericht in London am Freitag. Die Pläne hatten den Status von Stonehenge als Welterbestätte bedroht.

Der Richter betonte, dass Minister Shapps bei seiner Entscheidung keine Alternativen berücksichtigt habe, um eine Lösung im Einklang mit der Welterbekonvention zu finden. In einem Bericht hatten Beamte vor ständigen, unumkehrbaren Schäden an dem Monument gewarnt, Shapps hatte dennoch das insgesamt 1,7 Milliarden Pfund (2 Mrd. Euro) teure Umbauprojekt unterstützt, das die Fahrzeit zwischen London und dem Südwesten verkürzen und den Verkehr in der Gegend entzerren soll. Verschiedene Organisationen, die sich gegen das Projekt engagiert hatten, nannten die Gerichtsentscheidung einen "gewaltigen Erfolg".

Anzeige
Handwerk, das unbezahlbar ist!
Handwerk, das unbezahlbar ist!

Mit "Herz und Hand" heißt eine neue Kampagne im UnbezahlbarLand. Sie erklärt genau, warum Handwerker Motor und Rückgrat einer ganzen Region sind.

Das zuständige Komitee der Unesco hatte auf seiner diesjährigen Tagung einen Beschluss verabschiedet, demzufolge Stonehenge im kommenden Jahr auf die Liste der gefährdeten Stätten gesetzt werden könnte, wenn der Bau des Tunnels wie bislang geplant vonstatten gehen sollte. Zudem hatte die Unesco der Hafenstadt Liverpool die Auszeichnung als Weltkulturerbe wegen eines Stadtentwicklungsvorhabens entzogen. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt