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Entschuldigung für Völkermord

Deutschland plant als Ausgleich für Kolonialverbrechen eine Unterstützung Namibias.

© dpa

Berlin/Windhuk. Mehr als 100 Jahre nach Ende der deutschen Kolonialzeit in Südwestafrika hat der Namibia-Beauftragte der Bundesregierung, Ruprecht Polenz (CDU), nach dem erlittenen Unrecht langfristiges deutsches Engagement in Aussicht gestellt. Deutschland habe dafür einen Strukturfonds sowie eine deutsch-namibische Zukunftsstiftung vorgeschlagen, sagte Polenz am Montagabend bei einer Diskussion in Berlin. Der Fonds solle Energie-, Bildungs- und Wohnungsbauprojekte sowie eine Landreform fördern.

Zudem werde es eine offizielle Entschuldigung Deutschlands für den Völkermord an den Herero und Nama während der deutschen Kolonialzeit geben. „Die Frage ist nur, in welcher Form die Entschuldigung erfolgt, sodass sie auch von der namibischen Regierung akzeptiert werden kann“, sagte der Sonderbeauftragte.

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Unterdessen bestritt die namibische Regierung, dass sie vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag Reparationen von Deutschland wegen des Völkermords erstreiten will. Ein entsprechender Bericht der Zeitung The Namibian entbehre jeder Grundlage, erklärte Vizepräsident Nickey Iyambo. Die Zeitung hatte berichtet, Namibia wolle die Bundesrepublik auf 30 Milliarden US-Dollar (rund 27,9 Milliarden Euro) Entschädigung verklagen.

Namibias Präsident Hage Geingob will verstärkt weiße Landbesitzer enteignen, um für eine gerechtere Aufteilung des Agrarlandes zu sorgen. Das kündigte er am Dienstag in einer Rede zum 27. Jahrestag der Unabhängigkeit Namibias an. In dem Land ist ein großer Teil des Landes in der Hand weißer Farmer. Geingob betonte, Enteignungen müssten mit einer „fairen Entschädigung“ einhergehen. (epd/dpa)