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Entwurzelte Bäume, blockierte Bahn

Sturmtief „Xavier“ hat von Donnerstag zu Freitag den gesamten Zugverkehr in der Region lahmgelegt.

© Rocci Klein

Bischofswerda. Gestrandet in Bischofswerda. Doch die junge Frau, die am Donnerstag nach Feierabend von Bautzen mit dem Zug nach Hause fahren wollte, hatte noch Glück im Unglück. „Nach einer Dreiviertelstunde ging es dann weiter Richtung Dresden“, erzählt sie erleichtert. Der Zug, der eigentlich von Bischofswerda nach Zittau weiter fahren sollte, dorthin aber nicht mehr durchkam, sei dann eingesetzt worden, um die in Bischofswerda wartenden Fahrgäste noch nach Dresden zu bringen. Doch dann ging nichts mehr: Sturmtief Xavier hatte die Bahn voll im Griff. Ab 19.30 Uhr fuhr zwischen Bautzen und Dresden kein Zug mehr. Zwei Stunden später meldete die Länderbahn, dass in ganz Ostsachsen der Zugverkehr eingestellt wurde – und auch kein Busnotverkehr eingerichtet werden konnte, „da leider wenige Busunternehmen gefunden werden konnten, die bei diesem Unwetter fahren“. Am Freitag hieß es dann, die Fahrgäste seien schließlich mit Kleinbussen und Taxis an ihr Ziel gebracht worden. Erst nach und nach konnten die Strecken wieder freigegeben werden. So hatten auch am Freitagmorgen Berufspendler vielerorts noch keine Chance, mit der Bahn zur Arbeit zu gelangen. Zwischen Bautzen und Löbau sowie zwischen Bischofswerda und Wilthen rollte der Verkehr erst ab 9 Uhr langsam wieder an. „Die Räumarbeiten wurden schnellstmöglich abgeschlossen, ich möchte mich bei den zahlreichen Feuerwehren und anderen Helfern bedanken“, sagte Länderbahn-Geschäftsführer Andreas Trillmich.

Feuerwehreinsätze nach dem Sturm

In Bischofswerda warf der der Sturm am Donnerstag gegen 18:45 Uhr einen Baum gegen ein Wohnhaus.
In Bischofswerda warf der der Sturm am Donnerstag gegen 18:45 Uhr einen Baum gegen ein Wohnhaus.
Zum Glück entstand an dem Haus in der Belmsdorfer Straße kein Schaden.
Zum Glück entstand an dem Haus in der Belmsdorfer Straße kein Schaden.
Die Feeuerwehr rückte mit der Drehleiter an.
Die Feeuerwehr rückte mit der Drehleiter an.
Der Baum wurde aus seinen Wurzeln gehoben.
Der Baum wurde aus seinen Wurzeln gehoben.
Auch in Dahlowitz musste die Feuerwehr anrücken.
Auch in Dahlowitz musste die Feuerwehr anrücken.
Bei einem großen Baum in Dahlowitz brach ein dicker Ast ab.
Bei einem großen Baum in Dahlowitz brach ein dicker Ast ab.
Der beschädigte Baum.
Der beschädigte Baum.
Die Standsicherheit des Baumes war nicht mehr gewährleistet. Er wurde schließlich abgetragen.
Die Standsicherheit des Baumes war nicht mehr gewährleistet. Er wurde schließlich abgetragen.
In Liebenau bei Kamenz fiel ein Baum in ein Dach.
In Liebenau bei Kamenz fiel ein Baum in ein Dach.
Der Dachstuhl wurde erheblich beschädigt.
Der Dachstuhl wurde erheblich beschädigt.
Die Wurzeln hatten den Baum nicht halten können.
Die Wurzeln hatten den Baum nicht halten können.

Vom Sturm entwurzelte Bäume und abgerissene Äste hielten die Einsatzkräfte auch in anderen Orten auf Trab – wenngleich „Xavier“ im Landkreis Bautzen nicht solch großen Schaden anrichtete wie das Tief „Paul“, das Ende Juni vor allem im Raum Königsbrück und Pulsnitz gewütet hatte. Dennoch gingen in der Zentralen Rettungsleitstelle pausenlos Notrufe ein. Nach Angaben der Stadt Hoyerswerda gab es in ganz Ostsachsen zwischen 16 und 22 Uhr 305 sturmbedingte Einsätze. Im Bautzener Raum blieb es relativ glimpflich. Die Feuerwehr der Stadt Bautzen meldete zehn Einsätze. Sie rückte unter anderem zur Erich-Pfaff-Straße aus, wo ein Baum auf eine Garage gestürzt war. Mit ihrer Drehleiter half sie zudem in der Gemeinde Großdubrau aus. Im Ortsteil Dahlowitz drohte, nachdem bereits ein dicker Ast abgebrochen war, ein 25 Meter hoher Baum auf Wohnhäuser zu stürzen. In Bischofswerda musste sich die Feuerwehr an der Belmsdorfer Straße um einen Baum kümmern, der an einem Haus gelandet war, glücklicherweise aber nur den Zaun beschädigt hatte. In Putzkau blockierten drei umgestürzte Bäume die Schmöllner Straße. Auch auf der Hauptstraße in Cunewalde gab es zeitweise kein Durchkommen. In der Nähe des Oberlausitzer Einkaufszentrums waren Teile einer großen Eiche auf die Fahrbahn gestürzt. Feuerwehrleute beseitigten sie.

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In Ohorn hatte ein Baum eine Stromleitung zerrissen. 28 Haushalte waren deshalb eine reichliche Stunde ohne Strom. Insgesamt kam es im Bautzener Regionalbereich des Energieversorgers Enso zu 25 Störungen, so Sprecherin Birgit Freund. Sie hätten aber alle schnell behoben werden können. 1 400 Kunden waren betroffen.

Offenbar noch heftiger hatte es stellenweise im Nachbarkreis Görlitz gestürmt. Dort wurde am Berzdorfer See eine Imbissbude umgeworfen, sie blieb kopfüber liegen. Und an der Kottmarsdorfer Bockwindmühle brach ein 300 Kilo schwerer Flügel ab. Er wurde 20 Meter weiter aufs Feld geschleudert. (SZ)