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Er wagt den kulinarischen Neuanfang

Nieskys Grieche Ioannis Papakostas kocht jetzt in Stannewisch. Das kommt vielen Spanisch vor. Doch der Neustart ist international ausgerichtet.

© André Schulze

Von Thomas Staudt

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Stannewisch. Ist es eine Form von Rassismus, zu sagen „Ich geh‘ zum Italiener“, wenn man Lust auf Pizza hat? Setzt die Pauschalisierung den Adressaten herab? Oder ist der Satz Ausdruck von Wertschätzung, weil der Sprecher den Ausländer als Teil der eigenen Gemeinschaft begreift? Bei Ioannis Papakostas stellt sich die Frage nicht. Der Restaurantbetreiber ist ein solcher Sympathieträger, nur das zählt. Jeder in Niesky kennt noch sein Restaurant Saloniki auf der Muskauer Straße, das auch „Saloniesky“ hätte heißen können. Aber diese Chance ist nun vertan. Denn Papakostas hat sich aus der Großen Kreisstadt verabschiedet und vor ein paar Tagen in Stannewisch ein neues „Saloniki“ mit 30 Plätzen eröffnet.

Die ersten Tage seien super gelaufen, sagt er. Viele seiner Stammkunden kamen gratulieren, und natürlich essen. „Ich habe so viele Blumen bekommen. Ich hätte ein Blumengeschäft eröffnen können“, grinst der Wirt. Anstelle einer Speisekarte mit rein griechischen Gerichten, bietet er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Agnieszka Bednarek internationale Küche. Deshalb serviert er auch Spaghetti oder ein Hamburger Schnitzel mit Spiegeleiern. Wurst und Frikadellen sollen folgen. „Aber vorher muss ich noch mit einem Fleischer reden“, sagt Papakostas, der seine Standardgerichte zehn Prozent preiswerter anbietet als in Niesky und bei Selbstabholung weitere zehn Prozent gewährt. Bis Ende März gelten provisorische Öffnungszeiten ab 17 Uhr, sonntags auch ab 11 Uhr. Doch anschließend soll ein Mittagsangebot dazukommen mit regelmäßigen Zeiten.

Den ehemaligen Konsum in Stannewisch erwarb Papakostas schon vor fünf Jahren, wollte sich aber mit dem Umzug ursprünglich noch mehr Zeit lassen. Als der neue Eigentümer des alten Saloniki in Niesky auf einen langfristigen Pachtvertrag pochte, nachdem Papakostas zuvor jährlich hatte verlängern können, zog der Restaurantbetreiber die Konsequenzen und baute früher um als geplant.

Ursprünglich stammt er aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Meteora-Klöster in Thessalien, kam vor 25 Jahren nach Deutschland und blieb. Zuerst in Baden-Württemberg, später in Dresden. Sechs Jahre verbrachte er in Zittau, seit 16 Jahren ist Niesky seine zweite oder dritte Heimat.

Saloniki, Hauptstr. 14, Stannewisch. Öffnungszeiten: Di bis So 17 bis 22 Uhr, So auch 11 bis 14 Uhr. Wer sicher gehen will, dass noch ausreichend Plätze frei sind, sollte vorher anrufen: 035894368665.