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Erben melden sich im Haltestellenstreit zu Wort

Sie fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die Gemeinde habe bereits seit einem Jahr gewusst, dass die alte Haltestelle wegkommen soll.

© Kristin Richter

Von Jörg Richter

Oelsnitz. Die provisorische Bushaltestelle am Oelsnitzer Sportplatz hätte schon längst fertig sein und einen ordentlichen Unterstand haben können. Die Gemeinde Lampertswalde wusste bereits seit April 2017, dass die alte Haltestelle an der Oelsnitzer Hauptstraße wegkommen soll. Das bestätigt Familie Balting, der das Grundstück, auf dem das alte Wartehäuschen steht, zu 80 Prozent einer Erbengemeinschaft gehört. Sie kündigte damals Eigenbedarf an und forderte die Gemeindeverwaltung schriftlich auf, das Wartehäuschen zurückzubauen und alles zu veranlassen, damit rechtzeitig ein neuer Standort für eine Haltestelle gefunden werden kann.

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„Wir haben neun Monate gewartet“, sagt Fred Balting. Weil keine Reaktion auf das Schreiben erfolgte, vereinbarte die Familie Anfang des Jahres einen Termin mit Bürgermeister Hoffmann. Zum Gespräch kam es nicht. Daraufhin wandte sich die Familie an die Verkehrsgesellschaft Meißen. Die VGM habe dem Anliegen der Baltings sofort zugestimmt. Zwei Wochen später war das Haltestellenschild am alten Standort verschwunden. Seit März gibt es die Ersatzhaltestelle am Sportplatz, über die sich viele Oelsnitzer ärgern, weil sie nicht befestigt ist und keinen Wetterschutz besitzt.

Familie Balting sieht sich durch Äußerungen in der jüngsten Gemeinderatssitzung an den Pranger gestellt. Sie widerspricht u. a. der Darstellung, dass der Tiefsaugbrunnen, der sich neben dem alten Wartehäuschen befindet, durch die Feuerwehr nicht mehr genutzt werden könne. „Wir haben kein Interesse, der Feuerwehr den Brunnen wegzunehmen“, sagt Fred Balting. Leider habe bisher niemand von der Feuerwehrleitung das Gespräch mit ihnen gesucht. Baltings sind dazu bereit.