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Erbgericht Krippen hat neue Eigentümer

Die Pura-Hotelgruppe hat das größte Objekt im Ort verkauft. Kann dann noch im Saal gefeiert werden wie bisher?

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© Marko Förster

Von Gunnar Klehm

Bad Schandau. Es waren wieder einmal gelungene Abende, die der Faschingsverein Krippen im Saal des Hotels Erbgericht im Januar veranstaltet hatte. Zusammen mit mehreren Hundert Gästen wurde das 60-jährige Bestehens des Faschings gefeiert. Ob das im nächsten Jahr ähnlich abläuft, ist aber noch nicht besiegelt, denn das Hotel hat neue Besitzer. „Mit denen sind wir in Verhandlungen“, sagt Vereinsvorsitzender Olaf Weber. Wie die allerdings ausgehen, kann er heute noch nicht sagen. Das Hotel Erbgericht gehörte bisher zur Pura-Hotelgruppe. Deren Geschäftsführer, Ralf Thiele, will sich zu den Gründen des Verkaufs derzeit nicht äußern.

Das Hotel Erbgericht ist klassifiziert mit drei Sternen Superior. Mit seinen 74 Zimmern gehört es zu den größeren Hotels in der linkselbischen Region. Doch nicht nur als Arbeitgeber ist das Hotel wichtig für den Bad Schandauer Ortsteil Krippen. Im Erbgericht gibt es auch den größten Saal. Woanders wären Feierlichkeiten wie der Fasching gar nicht durchführbar. „Es ist der einzige große Saal, wenn der weg wäre, sähe es trübe aus“, sagt Ortsvorsteher Jens Feller. Zur Kirmes im Sommer könne man ja noch ein Festzelt auf den Elbwiesen aufstellen. In der Winterzeit gäbe es aber keine Alternative. Auch im Vereinshaus am Elbweg gibt es keinen großen Saal.

Die Befürchtung, dass die Krippener ihren Saal verlieren könnten, ist bislang aber unbegründet. Die neuen Eigentümer wollen sich gegenüber der SZ zwar auch noch nicht zu ihrem neuen Konzept äußern, im Internet ist allerdings zu lesen, dass es ein paar Neuerungen geben soll. Dass mit den Faschingsleuten bereits Gespräche geführt wurden, sollte die Krippener auch eher optimistisch stimmen.

Pura-Gruppe hat noch drei Hotels

Zu den Pura-Hotels gehören weiterhin das Gasthaus Zur Eiche in Krippen, das Hotel Garni Sigl’s in Bad Schandau und das Forsthaus im Kirnitzschtal. Im Gasthaus Zur Eiche ist derzeit noch Winterpause. Das Hotel und Restaurant Forsthaus ist dagegen täglich geöffnet. Das Sigl’s ist derzeit bewohnt, auch wenn der Hotelbetrieb offiziell Winterpause hat. In dem Haus in Bad Schandau sind sechs unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Sie werden dort rund um die Uhr betreut, ähnlich wie in einem Kinderheim. Das soll aber nur eine vorübergehende Lösung sein. Dauerhaft sollen sie in einem Gebäudeteil des Lindenhofs in Kurort Rathen einziehen. Dort sind aber noch ein paar Umbauten erforderlich. Bis die Arbeiten abgeschlossen sind, bleiben sie im Sigl’s. Die Einrichtung in Rathen will dann der Verein Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital als integratives Kinderheim betreiben. Dort sollen deutsche Kinder gemeinsam mit ausländischen Kindern leben. Zudem sollen auch behinderte Menschen integriert werden. Ralf Thiele ist Vorstandsvorsitzender des Vereins Lebenshilfe Pirna-Sebnitz-Freital.

Dass in Rathen wie in Krippen alle gern mehr Klarheit hätten, ist Ralf Thiele bewusst. Er werde nächsten Monat genauere Pläne vorstellen, zumindest für Rathen, wie er sagt.

Was das Erbgericht in Krippen angeht, ist das nicht die einzige Baustelle für den 27 Mitglieder starken Faschingsverein. „Wir suchen gerade nach einer neuen Faschingspolizei“, sagt Vereinsvorsitzender Olaf Weber. Ist der Saal gesichert, sollte das doch Motivation genug für ein paar junge Leute sein, im Vereinsleben mitzumischen.