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Erdbeerernte überraschend gut

Die Obstbaugemeinschaft Görnitz hat ein Fünftel mehr als 2012 von den Feldern geholt. Die Witterung verhinderte einen noch besseren Ertrag.

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Von Wolf Dieter Liebschner

Die meisten sächsischen Obstanbauer müssen in diesem Jahr – verursacht durch Kälte und Starkregen – erhebliche Ertragsausfälle bei der Erdbeerernte verschmerzen. Im Elbland sieht es dagegen etwas freundlicher aus.

„Wir haben rund 20 Prozent mehr geerntet als im vergangenen Jahr“, sagte gestern Michael Görnitz, der Betriebsleiter der Obstbaugemeinschaft Görnitz GbR aus Neusörnewitz. „Das ist ein gutes Erdbeerjahr für uns.“ Beeinflusst wurde dies allerdings dadurch, dass es in diesem Jahr zu keinem Blütenfrost wie noch 2012 gekommen ist. „Wir hätten ohne Weiteres 70 Tonnen mehr ernten können“, so Görnitz weiter. „Das hat aber die Witterung verhindert.“

Die Bestände waren zu schnell reif geworden und sind dann durch die anhaltende Nässe verfault. „Wir haben uns bei der Ernte auf fünf bis sechs Hektar konzentriert“, sagte Betriebsleiter Görnitz. Die Verluste sind auf den restlichen zehn Hektar Anbaufläche entstanden. Dort konnte nur etwa ein Drittel der ansonsten üblichen Menge an Früchten eingebracht werden. Nichtsdestotrotz wurde auch bei der Selbstpflücke ein gutes Ergebnis erreicht. „Wir haben diesmal in fünf Wochen so viel geschafft wie 2012 in sechs Wochen“, so Görnitz.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im Freistaat 2.888 Tonnen Erdbeeren auf einer im Ertrag stehenden Freilandfläche von 472 Hektar gepflückt. Dies entspricht einem Durchschnittsertrag von 61,2 Dezitonnen je Hektar. Das ist fast ein Drittel weniger als noch im Vorjahr. Zugleich ist das der niedrigste Hektarertrag seit 1996.

Der sächsische Anteil an der Erdbeeranbaufläche in Deutschland betrug 2012 rund 3,4 Prozent.