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Erdrutsch und Überflutungen in Meißen

In Meißen haben Starkregenfälle einen Hang im Triebischtal zum Abrutschen gebracht. Als Schlammlawine ergoss sich das Erdreich in Richtung Innenstadt. Auch in anderen Teilen Sachsens musste die Feuerwehr ausrücken. Nun geht es ans Aufräumen.

© Claudia Hübschmann

In Meißen haben Starkregenfälle kurz nach 14 Uhr den Hang an der Hohen Eifer im Triebischtal zum Abrutschen gebracht. „Es war wie beim Junihochwasser vergangenes Jahr“, so Augenzeuge Jörg Mosch. Als Schlammlawine ergoss sich das abgespülte Erdreich in Richtung Innenstadt. Erst die Steigung an der Porzellan-Manufaktur hielt die braune Brühe auf. Rund um das Triebischtal bildeten sich Staus, der ADAC schleppte steckengebliebene Autos ab. Nach Angaben der Meißner Stadtwerke musste das Triebischtal gegen 15.30 Uhr vom Netz genommen werden. „Es war nicht mehr klar, wo überall das Wasser wie hoch steht“, sagte soeben MSW-Geschäftsführer Hans-Jürgen Woldrich. Seine Leute seien unterwegs, um schrittweise wieder aufzuschalten. Punktuell könnte der Stromausfall je nach Schwere des Schadens länger dauern. Dramatisch ging es auch im Kaufland am der Schützenstraße zu: Dort schwappte das Wasser vom Parkplatz in die Verkaufsräume. Kunden und Mitarbeiter wurden überrascht, mussten sich in die oberen Stockwerke flüchten. Mitarbeiter versuchen, Schlamm und Wasser wieder herauszuschieben. Die Schäden sind auch hier beträchtlich.

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Das Aufräumen hat begonnen

Nach dem Unwetter machen sich die Menschen in Meißen ans Aufräumen - oft die ganze Nacht hindurch.

Unwetter in Sachsen

Unwetter in Niederwartha

Das Triebischtal war vorübergehend nicht erreichbar, da mehrere Straßen nicht mehr befahrbar waren. Auf der B6 war ein Baum umgestürzt, die Straße musste zudem wegen Überflutungen gesperrt werden. Rund um Meißen registrierte der Deutsche Wetterdienst Regenfälle von bis zu 38 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde, in Dresden-Strehlen waren es sogar 40 Liter. Menschen wurden Polizeiangaben zufolge nicht verletzt.

Nach dem Unwetter machten sich die Meißener sofort ans Aufräumen. Im Triebischtal haben Helfer oft die ganze Nacht durchgearbeitet, um die Straßen wieder befahrbar zu machen. Das von dem Berg Hohe Eifer abgespülte Geröll wurde mit schwerer Technik beräumt. Schwierigkeiten bereitete auch am Mittwochmorgen noch der zähe Schlamm auf den Straßen. Mit Umwegen ist Triebischtal wieder befahrbar. Auch die Zufahrt über den Dobritzer Berg ist offen. Das am Dienstag überschwemmte Kaufland hat dank eines Großeinsatzes der Mitarbeiter ebenfalls geöffnet.

Feuerwehren vielerorts im Dauereinsatz

Auch in anderen Teilen Sachsens sorgte der Regen für Dauereinsatz bei den Feuerwehren. In Döbeln, Nossen, Waldheim und Klipphausen sowie in vielen Erzgebirgsgemeinden mussten die Retter ausrücken, vor allem wegen vollgelaufener Keller. In Chemnitz und Freiberg hoben die Wassermassen Gullydeckel an, es kam zu kleineren Überflutungen. Im Chemnitzer Ortsteil Röhrsdorf steckten zwei Autos im kniehohen Wasser fest. In Pirna musste die vielbefahrene B172 zeitweise gesperrt werden. Vom Einkaufszentrum in der Frauensteiner Straße in Freiberg wurde bekannt, dass Wasser in mehreren Geschäften steht. Der Verkehrswarndienst warnte für die Autobahn 4 zwischen Dresden und Chemnitz vor Gefahr durch Wasser auf der Fahrbahn.

Unwetterschäden auch in Dresden

Die B6 im Elbtal in den Dresdner Ortsteilen Cossebaude und Niederwartha wurde von Schlamm und Geröll überzogen, die Straße musste gesperrt werden. Im Stadtgebiet setzte der Starkregen mit einem kräftigen Gewitter ein und führte zu vielen Feuerwehreinsätzen. Fast pausenlos wurden der Leitstelle der Feuerwehr Wasser in Kellern, Wohnungen oder Überschwemmungen im Außenbereich gemeldet. Bis 18:30 Uhr wurden allein in Dresden 190 Einsätze in Verbindung mit dem Unwetter nötig. Auf mehreren Straßen und vor allem in Unterführungen stand das Wasser, etwa an der Teplitzer Straße. „Mehrere Autos blieben in den Fluten stecken“, berichtete ein Polizeisprecher. Hier war die Kanalisation den Wassermassen nicht gewachsen, Umleitungen und Staus waren die Folge. Auch Busse und Straßenbahnen mussten umgeleitet werden.

Alarmstufe 2 für Lockwitzbach in Dresden

Das Umweltamt rief aber am Dienstagnachmittag für den Lockwitzbach die Hochwasser-Alarmstufe 2 aus. Gegenwärtig sorgen in weiten Teilen Sachsens feuchte Luftmassen für ein erhöhtes Unwetterpotential mit heftigem Starkregen und schweren Gewittern. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch weiterhin - die aktuellen Unwetterwarnungen finden Sie hier, die Pegelstände der Flüsse in Sachsen hier. Aktuelle Meldungen der Polizei zu Verkehrsbehinderungen in Sachsen finden Sie hier. (szo/SZ/pa)