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Erfolg frisst Gewinn des Münchner Triebwerksbauers MTU

Spritsparende Triebwerke sind der Renner im Flugzeugbau. Und die Auftragsbücher von MTU sind voll. Doch Entwicklungskosten und Rabatte fressen den Gewinnzuwachs wieder auf. Geld verdienen die Triebwerke für den Hersteller erst in Zukunft - dank des Servicegeschäfts.

München. Der Triebwerksbauer MTU hat ein Rekordjahr hinter sich, das Geschäft mit spritsparenden Flugzeugmotoren brummt. Doch die Bestwerte, die die Münchner dank ihrer prallen Auftragsbücher beim Umsatz im vergangenen Jahr erreicht haben, zahlen sich noch nicht aus. Angesichts von Entwicklungskosten und hohen Rabatten fressen die neuen Produkte das Plus bei den Erträgen wieder auf.

Und das teils verlustreiche Geschäft mit Triebwerken für neue Flieger von Boeing und Airbus wächst viel schneller als der gewinnträchtige Verkauf von Ersatzteilen. Der Gewinn stagnierte deswegen, während der Umsatz um fast elf Prozent auf 3,74 Milliarden Euro zulegte, wie MTU am Dienstag mitteilte. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) wuchs 2013 um 0,6 Prozent auf 377 Millionen Euro.

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Der bereinigte Nettogewinn ging sogar um 0,8 Prozent auf 232 Millionen Euro. Dieser Trend dürfte auch im laufenden Jahr anhalten, kündigte der neue Vorstandschef Reiner Winkler an. Später jedoch werden sich die Geschäfte bezahlt machen, denn MTU wird mit der Wartung und dem Service für die Triebwerke jahrelang Geld verdienen. Bis dahin wird es aber weiter eine Durststrecke beim Gewinn geben.

Dennoch will Winkler weiter viel Geld in die Entwicklung neuer Antriebe stecken, um sich Marktanteile und lukrative Aufträge zu sichern. Winkler, zuvor Finanzchef, hatte die Konzernführung Anfang 2014 von Egon Behle übernommen. Er stellte für das laufende Jahr ein Umsatzplus von fünf Prozent auf 3,75 Milliarden Euro in Aussicht.

Dabei hat MTU bereits das Gemeinschaftsunternehmen in China herausgerechnet, das wegen neuer Bilanzierungsregeln ab 2014 nicht mehr in die operativen Kennzahlen eingeht. Der Gewinn soll auch in diesem Jahr nicht steigen und etwa auf dem Niveau von 2013 verharren. Über die Dividende schweigt sich das Unternehmen noch aus: Der Aufsichtsrat soll erst am 11. März über ihre Höhe entscheiden.

Mit den bisher eingesammelten Bestellungen kann MTU die eigenen Werke noch drei Jahre lang auslasten. Zwar ging der Auftragsbestand im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 10,75 Milliarden Euro zurück, wie Winkler einräumte. Doch seien viele Aufträge - etwa von der Pariser Luftfahrtmesse im vergangenen Sommer - noch nicht in den Zahlen enthalten, betonte er. Dort hatte MTU Bestellungen und Vorverträge im Wert von mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar eingesammelt. (dpa)