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Erfolg mit provokanter Kita-Stellenanzeige

Der Wilsdruffer Kindergartenverein, der in der Stadt elf Einrichtungen betreibt, sucht Erzieher. Wie er das tut, wird im Netz heiß diskutiert.

© Symbolfoto: dpa

Wilsdruff. Mit seiner provokanten Kita-Stellenanzeige scheint der Wilsdruffer Kindergartenverein, der in der Stadt elf Einrichtungen betreibt, Erfolg zu haben. „Es gab bisher acht Bewerbungen“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Karla Horn. „Die entsprechenden Gespräche werden jetzt geführt. Die erste Bewerberin nimmt ihre Arbeit am 1. August auf, die zweite am 16. August. Alles Weitere müsse noch besprochen werden.

Die Annonce, mit der der Wilsdruffer Kindergartenverein im Juni im Amtsblatt sowie in der Sächsischen Zeitung nach neuen Erziehern suchte, hatte für Kritik von Reformpädagogen gesorgt. Sie verunglimpfe bewährte und wissenschaftlich begründete Formen der Kinderbetreuung und befördere veraltete Modelle, die sogar einen schlechten Einfluss auf die Kinder hätten, hieß es.

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Vor allem der Einstieg der Stellenanzeige war provokant formuliert worden. „Sind Sie derzeit als Betreuer im Garten oder Bastelzimmer, dem Bauzimmer oder im Kinderrestaurant einer Kita eingesetzt? Ist diese Tätigkeit das, wofür Sie eine Ausbildung zum/zur Erzieherin absolviert haben?“, hieß es. Die Botschaft wurde im weiteren Verlauf des Textes konkretisiert. In den Wilsdruffer Kindergärten müssten die Kinder nicht entscheiden, ob sie bei Minusgraden Handschuhe tragen oder ob oder wann sie essen.

„Wir haben von verschiedenen Seiten gehört, dass unser Mut, so eine Anzeige zu schalten, bewundert wird“, sagt nun die Kita-Vereinsvorsitzende Karla Horn. „Die allermeisten Leute, die uns darauf ansprechen, befürworten unser Anliegen ungeteilt.“ (SZ/win)