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Handballer starten erfolgreich in EM

Gegen die Niederlande siegte die DHB-Auswahl deutlich mit 34:23. Nur Kapitän Uwe Gensheimer sorgt für einen faden Beigeschmack.

Uwe Gensheimer kümmert sich nach seinem Kopftreffer um den niederländischen Torwart. Vor dem Platzverweis rettet ihn das nicht.
Uwe Gensheimer kümmert sich nach seinem Kopftreffer um den niederländischen Torwart. Vor dem Platzverweis rettet ihn das nicht. ©  dpa/Robert Michael

Mit gesenktem Haupt verließ Uwe Gensheimer das Feld. Exakt 15 Minuten und 53 Sekunden waren beim deutschen EM-Auftakt gegen die Niederlande gespielt, da war der Arbeitstag für den Kapitän der deutschen Handballer bereits beendet: Rote Karte wegen unsportlichen Verhaltens. Gensheimer hatte den gegnerischen Torhüter Bart Ravensbergen beim Siebenmeter voll im Gesicht getroffen – den Schiedsrichtern blieb nach Ansicht der Videobilder keine andere Wahl. Es war Gensheimers zweiter vergebener Siebenmeter in der ersten Viertelstunde – eine ungewöhnliche Quote für den ansonsten so treffsicheren Kapitän.

Anstatt also beim letztlich ungefährdeten 34:23 (15:13)-Erfolg gegen den international zweitklassigen Gegner wichtiges Selbstvertrauen für den Kampf um den ersehnten Titel zu tanken, verfolgte Gensheimer die Partie fortan von der Tribüne aus. 

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"Wir wussten, dass wir große Chancen haben, als Sieger vom Parkett zu gehen, wenn wir unser Ding durchziehen", sagte Bundestrainer Christian Prokop: "Der Platzverweis von Uwe war dann aber ein klarer Bruch in unserem Spiel. Wir haben ein bisschen gebraucht, uns danach zu sammeln."

Der 33 Jahre alte Gensheimer erlebte einen traurigen Start in ein Turnier, das seines werden soll. Bei der EM in Norwegen, Österreich und Schweden kämpft Gensheimer schließlich für seinen sportlichen Traum. 

„Mein ganz großes Ziel bleibt ein Titel mit der Nationalmannschaft“, sagte Gensheimer dem Mannheimer Morgen. Es sei „kein Geheimnis“, fügte er im Gespräch mit dem Sportbuzzer hinzu, „dass ich gern mehr erreicht hätte“. Gensheimer weiß: „Ich bin jetzt im Herbst meiner Karriere, und irgendwann ist die zu Ende.“ Die EM ist bereits sein sechstes Turnier als Anführer des DHB-Teams, und Gensheimers Gier nach dem großen Wurf ist riesig. Der wohl beste Linksaußen der Welt will schließlich nicht als „der Unvollendete“ abtreten.

Für dieses Ziel befindet sich Gensheimer im Tunnel. Weil sein langjähriger Zimmerpartner Patrick Groetzki diesmal nicht dabei ist, belegt der Linksaußen der Rhein-Neckar Löwen als einziger der 17 Spieler ein Einzelzimmer. Ein Privileg, das sich der Mann mit dem genialen Handgelenk in den vergangenen Jahren verdient hat.

Gensheimers Geschichte im DHB-Dress ist seit jeher eine besondere. Seit seinem Debüt vor 15 Jahren ist der gebürtige Mannheimer immer mehr in die Rolle einer prägenden Figur gewachsen, er holte mit Bronze in Rio sogar eine olympische Medaille – der ganz große Wurf im Trikot mit dem Adler auf der Brust gelang dem trickreichen Torjäger aber bis heute (noch) nicht. (sid)