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Erhöhte Sicherheit

Kommende Woche beginnt der Prozess um den Anschlag auf eine Moschee in Dresden. Ein Urteil wird im April erwartet.

© Polizei

Dresden. Der Prozess gegen den sogenannten Moscheebomber Nino K. beginnt am Mittwoch, 31. Januar, um 14.30 Uhr. Das Schwurgericht des Landgerichts Dresden hat zunächst 13 Verhandlungstage bis zum 5. April angesetzt. Das teilte das Landgericht Dresden am Donnerstag mit.

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Dem Anfang-30-jährigen Mann aus Dresden wird unter anderem versuchter Mord und Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen vorgeworfen. Er soll selbst gebastelte Spreng- und Brandvorrichtungen vor der Ditib Fatik Camii Moschee und nur wenige Minuten später eine zweite auf der Terrasse des Internationalen Kongresszentrums in Dresden gezündet haben. Darüber hinaus soll er mehrere weitere Sprengsätze gebaut haben. K. wurde im Dezember 2016 verhaftet.

Die Anschläge am späten Abend des 26. Septembers 2016 hatten großes Entsetzen ausgelöst. Zum einen detonierte der Brandsatz unmittelbar vor der Tür der Wohnung, in der der Imam der Moschee mit seiner Frau und zwei Kindern lebte. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft sei es dem Zufall zu verdanken, dass die Familie nicht verletzt wurde, denn die Rohrbombe habe nicht voll gezündet. Hinzu kommt, dass die Taten im Vorfeld des Tages der Deutschen Einheit stattfanden. In Dresden waren am 3. Oktober 2016 die zentralen Feierlichkeiten geplant, Bundespräsident Joachim Gauck wurde auch im Kongresszentrum erwartet.

Der Prozess wird daher unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Es ist mit Extrakontrollen vor dem Sitzungssaal zu rechnen.

Die Rechtsanwältinnen Kati Lang und Kristin Pietrzyk, sie vertreten den Imam und seine Familie als Nebenkläger, wundern sich, dass diese Anschläge nicht von der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe angeklagt wurden. Ihrer Meinung nach hätten die Ermittler dem Angeklagten auch die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorwerfen müssen, wie es etwa auch bei mutmaßlich islamistischen Terroristen regelmäßig der Fall sei. (SZ/lex)