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Erinnerung an die Blumenfabrik

Das neue ASB-Pflegeheim nimmt Gestalt an. Die Geschichte des Gebäudes soll nicht in Vergessenheit geraten.

© Steffen Unger

Von Nancy Riegel

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Neustadt. Ein leer stehender, mehrstöckiger Industriebau, eingerahmt von Baugerüsten und Abdeckplanen. Optisch erinnert das Gebäude an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße in Neustadt kaum noch an die ehemalige Kunstblumenfabrik Clauß. Blumen zieren hier nur noch die imposante Eingangstür. „Und die sollen unbedingt erhalten bleiben“, sagt Alexander Penther, Geschäftsführer des ASB-Ortsverbands Neustadt. Der ASB lässt derzeit die ehemalige Blumenfabrik in ein modernes Pflegeheim umbauen. Und ist dafür doppelt auf der Suche.

Die Eingangstür wird demnächst restauriert.
Die Eingangstür wird demnächst restauriert. © Steffen Unger
Der Anbau ist schon gut zu erkennen.
Der Anbau ist schon gut zu erkennen. © Steffen Unger

Die Geschichte des rund 110 Jahre alten Ziegelbaus soll sich nämlich später in mehreren Ecken der Einrichtung widerspiegeln. Penther nennt beispielsweise die Gestaltung einer Sitzecke mit floralen Mustern, die Aufarbeitung der Eingangspforte, aber auch einen gesonderten Bereich, der die Historie darstellt. Im Stadtarchiv seien die Mitarbeiter dahingehend schon fündig geworden, auch die Nachfahren der Gründerfamilie Clauß haben viel Material beigesteuert. Trotzdem würde sich der ASB freuen, wenn noch mehr Infos und Bilder zusammenkämen, beispielsweise von ehemaligen Mitarbeitern.

Ein wenig Zeit zum Sammeln bleibt noch, denn das Pflegeheim soll voraussichtlich erst im April 2019 öffnen. Bis dahin entstehen im Haupthaus Wohngemeinschaften für bis zu 13 Bewohner auf vier Etagen, die alle farblich unterschiedlich gestaltet sind und so einen hohen Widererkennungswert haben. Das sei für Patienten mit Demenz hilfreich. Sie kommen in Einzelzimmern mit eigener Nasszelle unter. Zusätzlich gibt es auf jeder Etage eine Gemeinschaftsküche, in der sich die Senioren je nach körperlicher Verfassung mit einbringen können. Davon lässt sich im Gebäude aber noch nichts erkennen – teilweise haben die Räume derzeit noch nicht einmal Decken. „Die Bausubstanz ist im Allgemeinen sehr gut, wir haben keinen einzigen Riss in den Wänden entdeckt“, berichtet Penther. Noch wartet der Geschäftsführer auf die Zusage für Fördermittel für die Sanierung des Daches.

Einen deutlichen Fortschritt erkennt man auf der Rückseite des Gebäudes, wo ein Anbau mit Flachdach in die Höhe wächst. Dort sollen ebenfalls später Bewohner leben, weiterhin soll ein Gemeinschaftsraum und Platz für die Verwaltung entstehen. Von dort aus kommt man dann auch über eine Terrasse in den Garten, in Richtung Böhmische Straße werden auf dem Gelände Parkplätze angelegt.

Etwa 50 Bewohner sollen ab kommendem Jahr in der Einrichtung unterkommen. Fast genauso viel Personal ist für den Betrieb nötig. Der ASB organisierte zusammen mit der Agentur für Arbeit im Dezember 2017 eine Veranstaltung, um Pflegepersonal zu generieren. „42 Personen kamen an diesem Tag“, berichtet der Geschäftsführer, der sich über den hohen Zuspruch freut. Viele der Interessenten sind Quereinsteiger, die eine mehrmonatige Qualifizierung durchlaufen und damit zum Assistenten für stationäre und ambulante Pflege ausgebildet werden. Der Ortsverband nimmt in den kommenden Wochen noch Bewerbungen entgegen, ob von fachfremden oder ausgebildetem Personal.

Wer etwas zur Historie der ehemaligen Kunstblumenfabrik Clauß beisteuern will oder sich als Mitarbeiter für das neue Pflegeheim bewerben will, meldet sich telefonisch unter 03596 56130 oder per E-Mail.