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Erinnerung an Rosso Majores

Die Carl-Lohse-Galerie zeigt ab Freitag rund 30 Arbeiten des Künstlers. Er prägte mehrere Generationen von Kunstschaffenden in der Stadt.

© Steffen Unger

Bischofswerda. Anlässlich seines 20. Todestages widmet die Carl-Lohse-Galerie Bischofswerda dem Maler, Grafiker und Lehrenden Rosso H. Majores eine Ausstellung. Sie wird an diesem Freitag eröffnet und ist bis zum 15. Mai zu sehen.

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„Weiblicher Halbakt“ steht an diesem Bild. Majores malte es 1935. © Steffen Unger

Rosso H. Majores war kein Bischofswerdaer. Weder ist er hier geboren oder aufgewachsen noch verbrachte er deutlich viel Lebenszeit in der Stadt. Allein zum Lehren kam er ab 1952 regelmäßig und über viele Jahre hinweg nach Bischofswerda. Als Leiter des Mal- und Zeichenzirkels im Kulturhaus hat er einen unschätzbar großen Anteil an dem künstlerischen Schaffen in der Stadt. Bis heute tragen sein Einfluss und seine künstlerischen Maßstäbe Früchte im hiesigen Kunstschaffen. Unter seinen Schülern reihen sich bekannte Bischofswerdaer Namen wie Siegfried Hedusch, Hellmuth Tischer, Johannes Haase, Bernd Warnatzsch, Falk Nützsche, Rolf Werstler, Knut van der Vinzburg und Jens Hackel ein.

Rosso H. Majores wurde 1911 im thüringischen Eisfeld geboren. In den 1920er Jahren studierte er an der Kunsthochschule Weimar. Nachdem er dort einige Zeit als freischaffender Künstler tätig war, zog es ihn 1935 nach Dresden, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg, der für ihn mit Militärdienst und Verwundung einherging, als Zeichenlehrer einer Grundschule in Dresden-Klotzsche anfing. Das Unterrichten von Kunst erfüllte ihn. Dabei lag ihm besonders die Förderung junger Menschen am Herzen. In den folgenden Jahren leitete er nicht nur in Bischofswerda, sondern auch andernorts im Dresdner Raum mehrere Mal- und Zeichenzirkel. So wirkte er unter anderem auch in Radeberg. 1970 erhielt er den Nationalpreis für Kunst und Literatur. 1996 starb er in Dresden. Sein Werk umfasst etwa 230 Ölgemälde sowie 2 100 Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken und Monotypien.

Einführung in Leben und Schaffen

Die Stadt Bischofswerda verfügt über einen Teil seines Nachlasses. Eine Dauerleihgabe von Christa Majores, der Tochter des Künstlers. Rund 30 dieser Arbeiten sind ab Freitag in der Carl-Lohse-Galerie zu sehen, darunter Ölgemälde in kräftigen Farben und Holzschnitte in starken Konturen. Faszinierend ist die Darstellung von Menschen mit ausdrucksstarken Gesichtern und Gesten – angefangen bei seiner Großmutter und Onkel Hugo – zwei Arbeiten, die in den 1920er Jahren entstanden sind – bis hin zu späteren Arbeiten, darunter einem Afrikaner in der Wüste und einer vietnamesischen Frau mitten im Krieg. Man sieht es: Rosso Majores nahm Anteil an deren Schicksalen, ergriff Partei, zeigte Haltung. Ebenso sehenswert: Getreidepuppen auf einem frisch abgeernteten Kornfeld, arbeitende Menschen in einem Betrieb, Hochhausgiganten in Berlin ...

Alexandra Lange, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, gibt zur Eröffnung am Freitag eine Einführung in das Leben und Schaffen des Künstlers. Der Bischofswerdaer Ekkehard Hopf steuert persönliche Erlebnisse mit Rosso Majores bei. Er kannte den Künstler von seiner Kindheit an, pflegte Kontakt über seinen Vater, der ebenfalls Künstler war. Die Ausstellung wird am Freitag, 19 Uhr, in der Carl-Lohse-Galerie, Dresdener Straße 1, eröffnet. Sie ist dienstags und donnerstags von 12 bis 18 Uhr, freitags 10 bis 15 Uhr und sonntags 13 bis 17 Uhr zu sehen. (SZ)