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Corona: Das sagt Ursu den Görlitzern

Es sei Gebot der Zeit, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln und viele Gewohnheiten zu ändern, erklärt der OB. So lautet seine Erklärung im Wortlaut.

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OB Octavian Ursu (links) und Bürgermeister Michael Wieler bei der Stadtratssitzung in der Sporthalle Emil von Schenckendorff in Görlitz
OB Octavian Ursu (links) und Bürgermeister Michael Wieler bei der Stadtratssitzung in der Sporthalle Emil von Schenckendorff in Görlitz © Nikolai Schmidt

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu und der Stadtrat haben in ihrer gemeinsamen Sitzung in der Turnhalle am Donnerstag eine Erklärung verabschiedet. Darin bedankt sich Ursu bei den Görlitzer Bürgern für ihr Engagement und appelliert aufgrund der aktuellen Situation noch einmal an ihre Vernunft.

So lautet die Erklärung im Wortlaut:

Liebe Görlitzerinnen und Görlitzer,

die aktuelle Situation rund um die Covid-19 Pandemie stellt uns derzeit alle vor große Herausforderungen. Durch das Coronavirus wird unser alltägliches und gewohntes Leben stark eingeschränkt – mit Auswirkungen, die niemand von uns noch vor wenigen Wochen so vorausgesehen hätte.

Nur solidarisch und durch vorübergehenden Verzicht jedes Einzelnen besteht die beste Möglichkeit, die Gefahr einzudämmen und abzuwehren. Wir alle sind mit Menschen verbunden, die zu uns gehören und die möglicherweise zu den Risikogruppen gehören. Es ist Gebot der Zeit, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln und viele Gewohnheiten vorübergehend zu verändern. Das kommt allen zugute, auch jedem höchst persönlich. Denn niemand möchte wohl in dieser Zeit, aus welchen gesundheitlichen Gründen auch immer, auf ein überlastetes Gesundheitssystem stoßen.

Vor dem Hintergrund, dass in Medien wie in sozialen Netzwerken teilweise Sachverhalte im Zusammenhang mit dem Coronavirus immer noch nicht mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und klaren Haltung dargestellt werden, gestatten Sie uns eine Bitte: Verfolgen Sie weiterhin aufmerksam die fortlaufenden Informationen auf den offiziellen Internetseiten, in erster Linie die der Stadt Görlitz, des Landkreises Görlitz und des Freistaates Sachsen.

Wir appellieren an Sie, liebe Görlitzerinnen und Görlitzer: Reduzieren Sie, wo immer es geht die Anzahl, Länge und Intensität Ihrer physischen Kontakte. Achten Sie auf sich selbst und Ihre Mitmenschen. Nehmen Sie nur noch solche Termine wahr, die unbedingt notwendig sind. Bitte sprechen Sie mit Menschen in Ihrem Umfeld über den Ernst der aktuellen Lage und machen Sie mit Nachdruck deutlich, wie wichtig für uns alle Rücksicht und Verhalten, das Ansteckung vermeidet, derzeit ist. Auch die Stadtverwaltung Görlitz und wir als Stadträtinnen und Stadträte handeln so, um im Interesse unserer Stadt möglichst leistungsfähig zu bleiben.

Gemeinsam können wir alle aktiv etwas dazu beitragen, unser Gesundheitssystem zu entlasten. Vor allem ältere Menschen und welche mit Vorerkrankungen sollten dieser Tage nicht vor die Tür gehen, nicht einmal zum Einkaufen. Schauen Sie bitte, wer in Ihrer Nachbarschaft jetzt Unterstützung braucht und helfen Sie einander!

Bitte gehen Sie solidarisch miteinander um, vermeiden Sie Hamsterkäufe, teilen Sie die Güter des täglichen Lebens fair miteinander. Helfen Sie älteren und kranken Menschen und stützen Sie sich gegenseitig in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft. Wir werden diese Ausnahmesituation nur gemeinsam in gegenseitigem Respekt und Vertrauen überwinden können.

Unser besonderer Dank gilt dem medizinischen Personal und den Pflegekräften, den Hauptberuflichen und Ehrenamtlichen bei der Feuerwehr, den Rettungsdiensten und dem Katastrophenschutz, der Landes- und der Bundespolizei, der Bundeswehr, den Beschäftigten in Bäckereien, Fleischereien, Apotheken, Lebensmittelmärkten und im sonstigen Handel sowie der Ver- und Entsorgungsunternehmen.

Aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im öffentlichen Personennahverkehr, im Sozial- und Erziehungsbereich, im Handwerk, in den Behörden sowie den Unternehmerinnen und Unternehmern, die unter den aktuell schwierigen Bedingungen ihrer Arbeit nachgehen.

Unsere Gedanken und unsere Solidarität gelten auch all denen, die aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht arbeiten können. Danke auch an alle Eltern, die zusätzlich zur Arbeit die komplette Kinderbetreuung stemmen und an alle, die älteren Familienmitgliedern und Nachbarn helfen.

Unterstützen Sie bitte unsere lokale und regionale Wirtschaft. Viele unserer Gastronomiebetriebe und Geschäfte bieten Lieferservices an, und es können Gutscheine erworben werden. Nicht zuletzt: Es wird hoffentlich bald wieder eine Zeit der Normalität und des Alltags in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec geben. Viele Einkäufe und Anschaffungen lassen sich bis dahin aufschieben, um den Görlitzer Handel und die Görlitzer Gastronomie zu unterstützen.

Liebe Görlitzerinnen und Görlitzer, wir wollen alle gemeinsam weiterhin diszipliniert sein und zusammenhalten: In den Familien, mit den Arbeitskolleginnen und -kollegen, in der Nachbarschaft und mit unseren polnischen Freunden in Zgorzelec.

Bleiben Sie ruhig und besonnen, gesund und zuversichtlich!

Der Oberbürgermeister und der Stadtrat der Stadt Görlitz

Görlitz, 26. März 2020

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