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Ermer zieht sich aus Politik zurück

Der Bernsdorfer Bäckermeister war sichtlich enttäuscht vom Ergebnis der Bundestagswahl im Wahlkreis Bautzen.

© René Plaul

Von Frank Oehl

Kamenz. Gegen 22 Uhr hat Roland Ermer aufgegeben. Zwar fehlten noch die letzten Gemeindeergebnisse, aber der Vorsprung von AfD-Mann Karsten Hilse gegenüber dem CDU-Kandidaten war bereits zu groß. So groß, wie die Enttäuschung des Bernsdorfer Bäckermeister. Bis zuletzt hatte er im Wahlkampf nicht den Eindruck gemacht, an einem Umzug nach Berlin zweifeln zu müssen.

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Immerhin war er als Nachfolger von Maria Michalk vorgesehen, die nach vier Wahlperioden nicht mehr angetreten war. Nach zumeist beeindruckenden Durchmärschen bei der Wählerschaft im Wahlkreis Bautzen. Zuletzt hatte sie fast 50 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen können. Damit war bei Roland Ermer nun nicht unbedingt zu rechnen gewesen, aber für eine relative Mehrheit vor den anderen Direktkandidaten durchaus. Immerhin hatte der 53-Jährige nicht nur mit der Unterstützung des CDU-Kreisverbandes, sondern auch manches Ministers aus Dresden rechnen können. Sie ging recht weit, wie auch die größten Konkurrentinnen von SPD und Linken, Caren Lay und Uta Strewe, mehrfach kritisiert hatten. Aber so geht das halt, wenn der Platzhirsch unterwegs ist.

Roland Ermer bedankte sich bei der Wahlparty in Bernsdorf bei seinen Unterstützern. Und er zog für sich sofort eine ganz persönliche Konsequenz: „Ich habe es probiert, und es sollte nicht sein. Das Leben geht weiter.“ Als Bäckermeister werde er sich nun wieder voll aufs Geschäftliche konzentrieren. Außerdem ist Ermer in der sächsischen Handwerkskammer und im Schützenverband aktiv, wird also auch weiterhin nicht über Langeweile klagen müssen. In einem Punkt aber war er in der Niederlage gleich ganz konsequent: Dies sei sein erster und letzter Ausflug in die Politik gewesen. „Das mache ich nicht wieder.“

Überrascht vom Scheitern Roland Ermers zeigte sich auch OB Roland Dantz in Kamenz. Dabei hatte es sich auch in der Lessingstadt angekündigt. Hier war Hilse auf 30,7 Prozent der Erststimmen gekommen und Ermer nur auf 28,4 – vor Caren Lay von der Linken mit 19,3 und Uta Strewe mit 10,1. Mit dem schwachen Ergebnis in vielen bisherigen CDU-Hochburgen sei aber nicht zu rechnen gewesen, so Dantz. „Womöglich ist das aber auch die Quittung für das Lavieren der Christdemokraten in der Witschas-Sache im Kreis.“