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Ermittler weisen Spekulationen zurück

Hatte die Brandstiftung im Husarenhof einen politischen Hintergrund? Staatsanwaltschaft und Polizei widersprechen der Stadtverwaltung.

© Christian Essler

Von Sebastian Kositz

Bautzen.Die Rauchschwaden über dem Husarenhof haben sich längst verzogen. Doch viele Fragen zum Brandanschlag sind bis heute ungeklärt. Ein Vierteljahr nach dem Feuer in dem ehemaligen Hotel in Bautzen gibt es noch immer keine konkreten Beschuldigten und nichts Erhellendes zu den möglichen Motiven der Täter. Umso mehr überrascht da eine Aussage von Bautzens Stadtsprecher André Wucht. Dieser erklärte, man gehe davon aus, dass der Anschlag nicht politisch motiviert gewesen sei.

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Bereits kurz nach dem Feuer hatte vieles auf eine Brandstiftung hingedeutet. Unklar blieb jedoch, was dahinter steckt. Da das Haus als Flüchtlingsheim genutzt werden sollte, war ebenso über rechtsextreme Hintergründe spekuliert worden wie über wirtschaftliche Interessen. Allein: Für keine der Thesen gibt es bisher hinreichende Beweise. Nach Worten von André Wucht sei der gelegte Brandsatz recht professionell zusammengebaut worden und genau platziert gewesen. Anders als in Fällen, bei denen die Täter politische Motive hatten, so die Erklärung des Stadtsprechers, der auf Aussagen der Ermittler verweist.

Ende der Ermittlungen nicht absehbar

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden – welche die Ermittlungen bereits kurz nach dem Brand in der Nacht zum 21. Februar an sich gezogen hatte – wollte diese Äußerungen auf SZ-Nachfrage nicht kommentieren. „Die Ermittlungen dauern an“, so Behördensprecher Wolfgang Klein. „Wir werden uns erst abschließend äußern, wenn alle Ergebnisse auf dem Tisch liegen.“ Ein Ende der Ermittlungen sei derzeit aber nicht absehbar, sagt Wolfgang Klein.

Aus Sicht der Kriminalisten sind die von der Stadt gezogenen Schlüsse ohnehin fragwürdig. Dem „Tagesspiegel“ erklärte ein Sprecher des Landeskriminalamts dazu: „Eine etwaige Anmerkung, dass die Professionalität des Brandsatzes nicht zu den meist verwendeten einfachen Tatmitteln aus dem Bereich der politisch motivierten Kriminalität passt, ist eine empirische Feststellung.“ Eine Bewertung, ob die Tat einen politischen Hintergrund gehabt habe oder nicht, lasse sich so nicht herleiten.

Mit dem Thema „Beifall, Schaulustige oder eher nichts gewesen? – Zum Brand im Husarenhof: Augenzeugen berichten“ beschäftig sich auch der nächste CDU-Stammtisch am Mittwoch, dem 8. Juni um 19 Uhr, Bautzener Brauhaus, Thomas-Mann-Str. 7.