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Ermittlungen eingestellt

Ein Libyer soll bei einem Einsatz auf dem Bautzener Kornmarkt von einem Polizisten beschimpft worden sein. Der Fall kommt nun zu den Akten. Eine Strafe kassierte derweil ein anderer.

© Uwe Soeder

Bautzen. Knapp ein halbes Jahr nach einem umstrittenen Polizeieinsatz auf dem Bautzener Kornmarkt sind die Ermittlungen gegen beteiligte Beamte jetzt eingestellt worden. Nachdem die Polizisten am Abend des 28. Juli bei einer Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Asylbewerbern einschreiten mussten, hatte es Vorwürfe gegeben, wonach die Beamten einen 21-jährigen Libyer beleidigt hätten. Die Polizeidirektion in Görlitz hatte eine umfassende Aufklärung der Vorfälle angekündigt.

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Die Staatsanwaltschaft begründet die Einstellung des Ermittlungsverfahrens damit, dass es im Nachgang gar keine Anzeige wegen Beleidigung gegeben habe. Demnach hatte der vermeintlich beleidigte Libyer die nicht erstattet. In einem während des Einsatzes mit einem Handy aufgenommenen Video ist unter anderem zu sehen, wie Polizisten den jungen Libyer festnehmen und dabei das Wort „Wichser“ gerufen wird. Später soll der Libyer laut Recherchen der SZ und des MDR-Magazins Exakt in einem Polizeiauto von einem Beamten erneut beschimpft worden sein.

Gegen einen 46-jährigen Deutschen, der am 28. Juli mit in die Streitigkeiten auf der Platte verwickelt war, hat die zuständige Staatsanwaltschaft in Görlitz wegen Beleidigung von Polizisten bereits einen Strafbefehl über 50 Tagessätze erlassen. Der Fall des jungen Libyers liegt indes beim Amtsgericht in Bautzen. (SZ/sko)