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Ermittlungen nach Säureattacke eingestellt

Zwar gibt es einen Verdacht gegen zwei Männer – aber es fehlt an Beweisen.

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© Archiv/Dirk Hunger

Von Antje Steglich

Oschatz. Wer für die Säure-Attacke am Oschatzer Bahnhof im August verantwortlich ist, wird vielleicht nie endgültig geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat das Ermittlungsverfahren bereits eingestellt, hieß es jetzt auf Anfrage der Sächsischen Zeitung. Dabei hatte man bereits zwei Verdächtige im Visier.

Es gab einen Anfangsverdacht gegen zwei 26 beziehungsweise 29 Jahre alte Männer, sagte Staatsanwältin Jana Friedrich. Gegen beide wurde deshalb ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Im Ergebnis der weiteren Ermittlungen ließ sich dieser Anfangsverdacht allerdings nicht in dem für die Erhebung der Anklage erforderlichen Maß erhärten“, so Jana Friedrich. Das Verfahren wurde deshalb mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Gibt es neue Hinweise beziehungsweise Zeugen, könnte es jedoch wieder aufgerollt werden.

Am 13. August wurden ein neunjähriger Junge und ein 16-jähriges Mädchen am Bahnhof Oschatz verletzt, als sie Tickets aus dem Fahrkartenautomaten genommen haben. Dabei hatten beide eine zunächst unbekannte Flüssigkeit ins Gesicht gespritzt bekommen, in der später Bestandteile von Pfefferspray gefunden worden sind. Beide erlitten dabei Reizungen im Gesicht, das Mädchen musste sogar in einer Leipziger Augenklinik behandelt werden. Weil erst nicht klar war, um was für eine Flüssigkeit es sich handelt, bauten Spezialkräfte den kompletten Automaten ab. Das legte kurzzeitig den kompletten Zugverkehr zwischen Leipzig und Riesa lahm.