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Leipzig

Ermittlungen wegen Polizeigewalt

Bei den Silvester-Ausschreitungen in Leipzig wurde ein Polizist schwer verletzt. Jetzt gibt es aber auch Ermittlungen wegen möglicher Polizeigewalt.

In der Neujahrsnacht ist es in Leipzig-Connewitz zu Zusammenstößen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen.
In der Neujahrsnacht ist es in Leipzig-Connewitz zu Zusammenstößen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen. © dpa

Von Sven Heitkamp

Leipzig/Dresden. Nach den Auseinandersetzungen in Leipzig-Connewitz zu Silvester mit einem schwer verletzten Polizisten ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen auch wegen möglicher Polizeigewalt.

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Behördensprecherin Vanessa Fink bestätigte, es würden zwei Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Amt geführt. Zusätzlich wurde ein so genannter Prüfvorgang zu möglicher Polizeigewalt an Silvester angelegt. Auslöser dafür seien Presseberichte und Angaben in sozialen Medien gewesen.

Die beiden Ermittlungsverfahren seien im Februar nach Strafanzeigen eingeleitet worden, sagt Fink. Eine Anzeige stamme von einer Zeugin, die in jener Nacht am Connewitzer Kreuz gewesen sei. Sie selbst sei nicht Opfer von Polizeigewalt geworden, habe aber Beobachtungen gemacht. Die zweite Anzeige stamme von einer Zeugin, die einen Geschädigten kenne, den sie aber nicht näher benannt habe.

Der 38-jährige Polizist, der in der Silvesternacht schwer am Ohr verletzt wurde, sei im Januar etwa drei Wochen krankgeschrieben gewesen und seither wieder im Dienst, so Fink. Die Soko Linx ermittelt wegen versuchten Mordes gegen Unbekannt. Ein 29-Jähriger wurde inzwischen wegen gefährlicher Körperverletzung und Angriff auf einen Polizisten beim Amtsgericht angeklagt.

Zudem werden elf Ermittlungsverfahren gegen namentlich bekannte Beschuldigte wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte geführt. Einer der Beschuldigten befindet sich wegen einer anderer Sache in Haft, ein weiterer in Untersuchungshaft. Ein Täter, der einem Polizisten ein Bein gestellt hatte, wurde am Amtsgericht bereits zu sechs Monaten auf Bewährung und 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.