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Erneut Ärger wegen Colditzer Straße

Die Nachbesserung der Oberflächenbehandlung ist schief gegangen. Zeitweise war sogar eine Sperrung nötig.

© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. In den vergangenen Tagen haben die Anwohner und die Geschäftsinhaber an der Colditzer Straße einiges mitmachen müssen. Zum wiederholten Male. Doch diesmal war sogar eine Sperrung der Straße vonnöten. „Darüber haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Ansprechpartner in den Geschäften und Märkten wie Aldi und Netto sowie im Krankenhaus telefonisch informiert“, sagte Bauamtsleiter Thomas Schröder am Donnerstagabend in der Ratssitzung. Diese hätten zumindest teilweise mit Verständnis reagiert. Um Verständnis bat auch der Amtsleiter noch einmal. Niemand habe die Probleme bei dieser Oberflächenbehandlung voraussehen können.

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Ursache für das neuerliche Malheur dürfte wiederum das Wetter gewesen sein. Das war schon im vergangenen Jahr offenbar nicht so günstig. Ende September ließ die Kommune die Oberfläche der Colditzer und weiterer Straßen im Stadtgebiet von einer Fachfirma behandeln. Dabei wird auf die Fahrbahn eine Emulsion aufgetragen und danach Splitt, der sich einfährt. Zunächst ist dabei offenbar zu feinkörniges Material verwendet worden. Das wirbelte bei trockener Witterung so viel Staub auf, dass die Anwohner keine Fenster mehr öffnen konnten und auf die Barrikaden gingen. Die Fahrbahn wurde mithilfe von Wasserwagen abgelöscht. Als der verbliebene Splitt abgekehrt war, zeigten sich die Anlieger enttäuscht.

„Der Zustand ist abschnittsweise schlechter als vorher“, sagte Stadtrat Ray Mathys (Die Linke), der auch an der Colditzer Straße wohnt, nach der ersten Kur. Bauamtsleiter Thomas Schröder stellte damals in Aussicht, dass sich der Straßenzustand mit der Nutzung, spätestens mit wärmeren Temperaturen im Sommer, verbessert.

Doch jetzt ist das Gegenteil passiert. Weil die Mängelliste über den Winter eher größer geworden war, hat die Verwaltung noch einmal Kontakt zu der Firma aufgenommen. Diese nahm vor ein paar Tagen eine zweite Behandlung vor. „Doch durch die hohen Temperaturen ist die Deckschicht flüssig geworden“, erklärte Thomas Schröder. Der Schmelzpunkt des Bindemittels liege bei 52 Grad Celsius. „Die Temperatur auf der Oberfläche muss in den vergangenen Tagen höher gewesen sein“, schlussfolgert der Amtsleiter angesichts des Straßenzustandes vor wenigen Tagen.

Daraufhin habe die Stadt Leisnig eine Sperrung veranlasst. „Wir haben mit dem Bauhof vom Aldi-Markt in Richtung Krankenhaus begonnen, die Fahrbahn wieder mit einer Splittschicht abzudecken“, schilderte der Amtsleiter. Gegen 17 Uhr seien dann die Mitarbeiter der Baufirma hinzugekommen und hätten ab der Helios-Klinik bis zur Kreuzung Chemnitzer Straße dasselbe getan. Weil bei der Hitze und Trockenheit danach wieder tüchtig Staub aufgewirbelt wurde, so Schröder weiter, sei bis Donnerstag der Wasserwagen der Polkenberger Agrargenossenschaft im Einsatz gewesen.

Inzwischen hat die Kommune erneut eine Mängelanzeige bei der Baufirma eingereicht. Aber auch Beschwerden wurden an diese Adresse weitergeleitet. „Wir hatten allerhand Ärger. Auch Schadensersatzforderungen wurden uns angedroht“, sagte der Amtsleiter. Unter anderem hatten Kraftfahrer festgestellt, dass Bitumen an ihren Autos haftet. Die Anzeigen werden Schröder zufolge an die Baufirma übermittelt und müssten über deren Betriebshaftpflicht abgedeckt werden.

Am Freitag nun hat eine große Kehrmaschine den losen Splitt von der Fahrbahn gefegt. „Danach schauen wir uns die Straße noch einmal an und sehen, wie es weitergeht“, kündigte Thomas Schröder an. Aus seiner Sicht sei die Baufirma kooperativ und bemüht, die Mängel zu beseitigen. Die Oberflächenbehandlung war 2017 eine von den Zahlen her günstigere Alternative zum wesentliche teureren Oberflächenausbau. Das Geld dafür ist aus dem Förderprogramm „Kommunaler Straßen- und Brückenbau“ geflossen.