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Erneut Protest gegen Stellenabbau

Mikrochip-Werker aus Dresdens größter Fabrik gehen an diesem Sonnabend erneut auf die Straße. Sie sorgen sich um Sachsens Vorzeigebranche.

© dpa

Georg Moeritz

Dresden. Protestzug vom Hauptbahnhof zur Altmarktgalerie: An diesem Sonnabend werden Angestellte der Mikrochipfabrik von Globalfoundries um 15 Uhr gegen die angekündigten Arbeitsplatz-Streichungen demonstrieren. Das Unternehmen hat unterdessen die Frist verlängert, in der sein Betriebsrat sich über die Kürzungspläne informieren kann. Ursprünglich sollten bis Ende Januar genaue Zahlen feststehen. Diese Frist sei „sehr sportlich“ gewesen, sagte der Betriebsratsvorsitzende Ralf Adam.

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Die zuständige Chemiegewerkschaft IGBCE hat dem Unternehmen Arbeitszeitkorridore und ähnliche tarifliche Lösungen vorgeschlagen, um Massenentlassungen vorzubeugen. Doch Gewerkschaftssekretär Stephan Ullrich hat den Eindruck, Globalfoundries wolle rein mathematisch die Vorgabe umsetzen, 20 Prozent der Personalkosten zu senken. Das könne nach seiner Befürchtung dazu führen, dass in jeder Abteilung gleichmäßig gekürzt werde – obwohl das Unternehmen in zwei Jahren mit Wachstum dank neuer Technik rechnet.

Die 350 Leiharbeiter mussten voriges Jahr die Chipfabrik verlassen, laut Geschäftsführer Rutger Wijburg soll die Belegschaft von mehr als 3700 in diesem Jahr auf rund 3000 Angestellte verkleinert werden. Nach SZ-Informationen haben schon Beschäftigte mit guten Arbeitsmarkt-Chancen den Betrieb verlassen, auch Prämien für frühzeitiges Ausscheiden wurden geboten. In der Belegschaft gibt es Sorgen, wichtige Abteilungen könnten „ausbluten“. Das würde die nächste Wachstumsphase in Sachsens Vorzeigebranche erschweren.