merken

Erneut Sicherheitsdiskussion um die Sachsenstraße

Nach dem Unfall einer Fußgängerin sind Forderungen nach Tempolimit und Überweg wieder laut geworden.

© Repro: SZ

Von Gabriel Wandt

Löbau. Die Eröffnung des modernisierten Supermarkts in der Sachsenstraße ist erst wenige Wochen her, da hat es am Donnerstagnachmittag den ersten Verkehrsunfall gegeben. Eine 69-jährige Frau wollte die Sachsenstraße überqueren, ein Autofahrer konnte einen Zusammenstoß nicht mehr vermeiden. Auch wenn zunächst noch nicht abschließend geklärt ist, warum der Unfall passiert ist, entfacht er die Diskussion um die Sicherheit an dieser Stelle neu an. Denn die eigentliche Erweiterung des Fachmarktzentrums steht erst noch bevor. Der Drogeriemarkt Rossmann wird im Frühjahr einziehen, ein weiteres freies Geschäft soll dann auch belegt werden, und der Investor hat ein angrenzendes Grundstück gekauft, um mit einem weiteren Gebäude die jetzt bestehende Ladenfläche erneut zu erweitern.

Fahrrad
Rauf auf den Sattel
Rauf auf den Sattel

Fit unterwegs und immer auf der Suche nach etwas Sehenswertem? Auf unserer Themenwelt Fahrrad gibt es ganz viel zu entdecken!

All das ist bereits im Herbst diskutiert worden, bevor die bauliche Erweiterung abgeschlossen war. Bürgerlisten-Stadtrat Reinhart Keßner hatte Anfang November im Stadtrat seine Befürchtung ausgedrückt, dass dort Unfallrisiken entstehen könnten. „Die zugelassenen Tempo 50 sind viel zu schnell“, erklärte er damals. Nun sieht er seine Befürchtungen bestätigt – und hat sich daher erneut an die Stadt gewandt und fordert sie auf, an dieser Stelle zu reagieren.

Die Stadt indes hatte schon reagiert und noch im November an der Sachsenstraße die Zahl der Fahrzeuge und deren Geschwindigkeit gemessen. Doch außer viel Kritik der Autofahrer, die dort unangemessenes Blitzen befürchteten, hat die Messung nicht viel ergeben. Die Höchstgeschwindigkeit wurde nur selten und nur um fünf Stundenkilometer überschritten, sodass Löbaus Oberbürgermeister Dietmar Buchholz (parteilos) Anfang Januar gegenüber der SZ erklärte, dass alles so bleiben werde, wie es ist. Ob der nun passierte Unfall daran etwas ändert, blieb am Freitag offen. Stadtsprecherin Eva Mentele erklärte, dass dem Rathaus noch keine neuen Erkenntnisse zu dem Unfall vorliegen und sie sich daher auch noch nicht abschließend äußern könne. Sie betonte aber, dass Fußgänger in jedem Fall auf den Verkehr achten müssten, egal, welche Änderungen man beim dort geltenden Tempolimit auch vornehmen würde.

Stadtrat Keßner, der Geschäft und Firmensitz direkt an der Sachsenstraße hat, drängt dennoch auf bauliche Veränderungen. Die Situation sei für Fußgänger, die vom Supermarkt in Richtung Innenstadt wollten, jetzt noch schwerer zu überschauen also vorher schon, sagt er. Denn der neu gebaute Parkplatz samt Autos darauf nehme Passanten die Sicht, um die Kurve Richtung Bahnhof zu überblicken. Er sprach sich am Freitag dafür aus, die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Sachsenstraße zu reduzieren, einen Fußgängerüberweg einzurichten und Autofahrer durch Einbau eines Huckels in der Fahrbahn zu zwingen, langsam zu fahren.