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Ernste Töne zum Neujahrsempfang

Der Landrat hatte auf Schloss Sonnenstein geladen. Der Rahmen fiel kleiner aus als sonst.

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© Daniel Förster

Von Matthias Weigel

Pirna. Wie sich die Zeiten doch ändern: 2015 fand der Neujahrsempfang des Landrates noch in der Turnhalle am BSZ in Pirna-Copitz statt. Ein Jahr später wäre das ein Ding der Unmöglichkeit. Denn seit ein paar Wochen schon ist die Halle eine Notunterkunft für 200 Flüchtlinge. Zum Empfang hat Landrat Michael Geisler (CDU) dennoch geladen, dieses Mal in den großen Saal von Schloss Sonnenstein, dem Sitz des Landratsamtes. Ob der rauen, vom Thema Asyl geprägten Zeiten und Stimmungen im Land, bekam der Empfang auch einen kleineren Rahmen. Rund 150 Gäste – Bürgermeister, Abgeordnete, Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Behörden, sozialen Einrichtungen – waren gekommen. Statt eines großen Rückblicks auf die Höhepunkte des Jahres 2015 lief, musikalisch untermalt, eine Fotopräsentation mit jahreszeitlichen Landschaftsmotiven aus der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Die Bürgerpreisträger

Dieter Gaudig Seit seinem Eintritt ins Rentenalter ist er als Wanderwegewart für die Stadt Liebstadt tätig. Dank seines Engagements konnte erstmals seit 1990 das Wanderwegenetz in und um Liebstadt fast vollständig beschildert und ins überörtliche Netz eingegliedert werden. Mit Unterstützung seiner Ehefrau gestaltete er zahlreiche Schilder selbst. Auch kümmert er sich um die Pflege der Wege.
Dieter Gaudig Seit seinem Eintritt ins Rentenalter ist er als Wanderwegewart für die Stadt Liebstadt tätig. Dank seines Engagements konnte erstmals seit 1990 das Wanderwegenetz in und um Liebstadt fast vollständig beschildert und ins überörtliche Netz eingegliedert werden. Mit Unterstützung seiner Ehefrau gestaltete er zahlreiche Schilder selbst. Auch kümmert er sich um die Pflege der Wege.
Rolf Heinemann Der Karsdorfer ist Vorsitzender des Fördervereins Biathlon und hat sich über viele Jahre für diese Sportart im Osterzgebirge starkgemacht. Dabei geht es ihm nicht nur um die Sportanlagen und deren Ausstattung. Ein wichtiger Bereich seines Wirkens ist die Förderung des Kinder- und Jugendsports. Er unterstützt und begleitet mit seinem Team junge Nachwuchssportler.
Rolf Heinemann Der Karsdorfer ist Vorsitzender des Fördervereins Biathlon und hat sich über viele Jahre für diese Sportart im Osterzgebirge starkgemacht. Dabei geht es ihm nicht nur um die Sportanlagen und deren Ausstattung. Ein wichtiger Bereich seines Wirkens ist die Förderung des Kinder- und Jugendsports. Er unterstützt und begleitet mit seinem Team junge Nachwuchssportler.
Steffen Pilz / Lars Gladrow Zusammen mit Carsten Reuer (nicht im Foto) engagieren sich der Dohmaer und der Pirnaer seit gut 20 Jahren als freiwillige Helfer beim Katastrophenschutz des Landkreises. Dabei kümmern sie sich auch um Übungen und Ausbildungen für die Helfer. Sie initiierten zudem maßgeblich einen Förderverein. Dank ihres Engagements konnte eine Jugendgruppe aufgebaut werden.
Steffen Pilz / Lars Gladrow Zusammen mit Carsten Reuer (nicht im Foto) engagieren sich der Dohmaer und der Pirnaer seit gut 20 Jahren als freiwillige Helfer beim Katastrophenschutz des Landkreises. Dabei kümmern sie sich auch um Übungen und Ausbildungen für die Helfer. Sie initiierten zudem maßgeblich einen Förderverein. Dank ihres Engagements konnte eine Jugendgruppe aufgebaut werden.
Kurt Woyack Seit 1988 ist er ehrenamtlicher Ortschronist der Stadt Dohna und steckt viel Zeit und Herzblut in die Erforschung und Bewahrung der Heimatgeschichte seiner Stadt. Jährlich veröffentlicht er ein Heimatheft zur Stadtgeschichte, wirkt bei Ausstellungen mit, gestaltet Stadtführungen und Vorträge. Zudem hat er eine umfassende „Topographie der Stadt Dohna“ erarbeitet.
Kurt Woyack Seit 1988 ist er ehrenamtlicher Ortschronist der Stadt Dohna und steckt viel Zeit und Herzblut in die Erforschung und Bewahrung der Heimatgeschichte seiner Stadt. Jährlich veröffentlicht er ein Heimatheft zur Stadtgeschichte, wirkt bei Ausstellungen mit, gestaltet Stadtführungen und Vorträge. Zudem hat er eine umfassende „Topographie der Stadt Dohna“ erarbeitet.

Auch die Ansprache des Landrates fiel ernst und nachdenklich aus. Er mahnte vor allem einen besseren Umgang miteinander an, egal ob im Internet oder im realen Leben. Jeder solle seine Meinung haben, aber nicht versuchen, diese anderen mit jedem Mittel aufzudrängen. „Wir müssen wieder lernen, ordentlich miteinander zu reden, auch über unterschiedliche politische Auffassungen zu streiten“, sagt Geisler. Ohne das komme die Gesellschaft nicht voran. „Ich sehe aber keine andere Möglichkeit, als dass am Ende eine Mehrheit entscheiden muss, es sei denn, man will eine Diktatur“, sagt er. Für ihn sei das keine Option. Zugleich erinnerte Geisler, dass es „uns doch eigentlich noch nie besserging als heute“, weshalb er viele Wehklagen nicht verstehen könne. „Haben denn alle vergessen, wo wir herkommen?“

Im krassen Gegensatz dazu ließ er an der aktuellen Politik der Bundesregierung und Kanzlerin Angela Merkel kein gutes Haar, sprach von „Geisterfahrt“ und dass es so nicht weitergehen könne. Man müsse wieder Antworten finden auf die Fragen der Gesellschaft und zu Rechtsstaatlichkeit, Sicherheit und Ordnung zurückkehren. Allein der Politik die Verantwortung zu lassen, sei aber zu kurz gedacht. „Jeder ist gefragt, die Zukunft mitzugestalten, dass es für alle erträglich bleibt, und für Kinder und Enkel, denen wir diese Welt hinterlassen“, so Geisler. In dem Zusammenhang würdigte er auch all die haupt- und ehrenamtlich Aktiven im Landkreis, die daran schon heute mitwirkten und sich einsetzten.

Ausdruck und Anerkennung fand das am Freitagabend ganz praktisch im anschließenden Teil des Empfangs. „Stellvertretend für viele Bürger, die sich täglich auf unterschiedlichen Gebieten engagieren und für das Gemeinwohl einsetzen, wird der Bürgerpreis an Mitbürger verliehen, die sich auf besondere Weise verdient gemacht haben“, hieß es. Viel Applaus erhielt auch das Streichquartett der Elbland Philharmonie Sachsen, das den Empfang musikalisch mit heiteren Tönen umrahmte. Der Abend klang bei einem Buffet in der Cafeteria auf Schloss Sonnenstein aus.