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Ersatz für gefällte Linden kommt

In Kottmarsdorf waren Bäume zur Gefahr geworden. Neue Bäume sind geplant. Sie zu pflanzen, ist aber nicht so einfach.

© Rafael Sampedro

Von Romy Altmann-Kühr

Kottmarsdorf. Zu einer Lindenallee gehören auch Linden. Daher hat die Straße schließlich ihren Namen erhalten. Auch in Kottmarsdorf ist das seinerzeit so gewesen. Wer über die Kuppe, den Kottmarsdorfer Berg und die S 148 in Richtung Löbau fährt, der kann links in die Lindenallee einbiegen. Ganz vorne, von der Staatsstraße aus gut zu sehen, stehen auch noch etliche große Bäume. Weiter hinten aber sind sie abgeholzt worden. Acht Linden wurden voriges Jahr gefällt.

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Das stört einen Kottmarsdorfer ganz besondern – und das brachte er jetzt im Gemeinderat zur Sprache. Er behauptet, dass mindestens sechs der acht gefällten Linden noch in Ordnung gewesen seien. Das könne man an den Stümpfen erkennen. „War das wirklich nötig? Und wann kommen die Ersatzpflanzungen für die Bäume?“, fragt der Mann. Bisher habe die Gemeinde keine neuen Bäume in Kottmarsdorf gepflanzt. Dass es noch keinen Ersatz gibt, bestätigt Kottmar-Bürgermeister Michael Görke (parteilos). Dass die Bäume bedenkenlos gefällt wurden, dementiert er aber entschieden. „Mit solchen Genehmigungen wird heutzutage nicht leichtfertig umgegangen“, versichert Görke. Gemeinsam mit der Naturschutzbehörde habe die Gemeinde sich die Sache im Vorfeld angesehen und genau geprüft. Die Bäume seien eine Gefahr gewesen. In der Nähe stehen auch Wohnhäuser, betont der Bürgermeister. „Da gab es keine Alternative. Wenn etwas passiert, ziehen uns die Leute dann ja auch zur Verantwortung.“ Auf der den Häusern abgewandten Straßenseite seien die Bäume stehen gelassen worden.

Natürlich soll es aber Ersatz für das gefällte Grün geben. Das sei bislang noch nicht angepflanzt worden, weil auch erst eine geeignete Fläche gefunden werden müsse. „Wir müssen prüfen, wo in Kottmarsdorf Platz dafür ist“, sagt Görke. Die neuen Bäume sollen an einer Stelle gepflanzt werden, wo sie unbehelligt stehen können und nicht in ein paar Jahren wieder Probleme machen. Das sei gemeinsam mit der Naturschutzbehörde zu prüfen. Auch müsse es sich um eine eigene Fläche der Gemeinde handeln, auf der die Bäume gesetzt werden. „An der Lindenallee selbst geht es nicht“, erklärt Görke. Hier steht noch der geplante Bau des Schmutzwasserkanals an, da würden die Bäume und ihre Wurzeln wieder stören. Zu berücksichtigen ist auch, dass nicht jede Sorte als Ersatz gepflanzt werden kann. „Das muss mit dem Naturschutz abgestimmt werden, dafür gibt es ein Konzept. Wir können nicht einfach ein paar Apfelbäume auf irgendeine Wiese setzen“, so der Bürgermeister. Die Linde hat außerdem eine besondere Bedeutung in der Region und ist ein typischer Baum für die Oberlausitz. All diese Aspekte müssen unter einen Hut gebracht werden.

Über einen weiteren Baum in Kottmarsdorf ärgert sich derweil der Kottmarsdorfer Naturfreund. Auch an der Kirche im Ort sei eine Linde sehr radikal gestutzt worden, beklagt der Anwohner. Das habe ebenfalls Sicherheitsgründe, erklärt Bürgermeister Görke. So sei ein so genanntes Lichtraumprofil von 4,50 Metern vorgeschrieben. Das Lichtraumprofil ist der Raum, der freigehalten werden muss, um den Auto- und Fußgängerverkehr ungehindert zu ermöglichen. Je nach Art des Verkehrs ist er unterschiedlich hoch und breit. In Deutschland gilt: über einem Fußweg ist ein Bereich von mindestens 2,50 Metern Höhe freizuhalten, über einer Straße für den Autoverkehr von mindestens 4,50 Meter. An diese Vorschriften müssen sich auch Private halten und zum Beispiel Gewächse an öffentlichen Straßen und Gehwegen zurückschneiden. „Wir können nicht nur von unseren Bürgern verlangen, dass sie sich daran halten und ihre Bäume einstutzen. Wir müssen als Gemeinde auch mit gutem Beispiel vorangehen“, stellt Michael Görke klar. Das habe schließlich vorrangig mit der Sicherheit zu tun, sagt Görke.